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20.05.2014

Vortrag zur erfolgreichen Entwicklung eines Diabetesmedikaments

Die erfolgreiche Entwicklung eines neuen Diabetesmedikaments – eines SGLT2 Inhibitors – vom Reagenzglas bis zum Patienten wurde in einem anschaulichen Vortrag von Prof. William Washburn am Helmholtz Zentrum München vorgestellt. Der Vortrag wurde vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD), dem Helmholtz Diabetes Center (HDC) und dem Pharmaunternehmen AstraZeneca organisiert.

Prof. William Washburn ©DZD

Mehr als 60 Wissenschaftler des DZD und des HDC blickten mit großem Interesse in die Welt der industriellen Pharmaforschung und folgten den Ausführungen von Prof. Washburn zur Entwicklung von Dapagliflozin, einem SGLT2 Inhibitor der Firma Bristol-Myers Sqibb /AstraZeneca. Washburn war bis Anfang 2014 Leiter von Forschungsprogrammen im Bereich Diabetes und Übergewicht bei Bristol-Myers Sqibb. Als Chemiker war er federführend für die Entwicklung des Moleküls dieser neuen Klasse von Diabetesmedikamenten verantwortlich.
Die Forscher hatten die Hemmung der Rückresorption von Glucose in der Niere als Mechanismus zur Senkung des Blutzuckerspiegels schon länger im Visier. Allerdings war die einzig bekannte Substanz mit dieser Wirkung, Phlorizin, auf Grund seiner unspezifischen Wirkung als Medikament nicht geeignet. Washburn gelang es mit seinem Team, die chemische Struktur so umzubauen, dass ausschließlich die Rückgewinnung von Glucose aus dem Urin in der Niere unterdrückt wurde und so erhebliche Mengen von Glucose über den Harn ausgeschieden werden. Dies führt zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels. Nach einer mehr als 10-jährigen Forschungs- und Entwicklungszeit steht das Medikament nun den Patienten zur Verfügung.
Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung verfolgt einen translationalen Forschungsansatz, bei dem durch eine enge Kooperation von Grundlangen- und klinischen Forschern Ergebnisse möglichst schnell Eingang in die Praxis finden sollen. Veranstaltungen wie dieser Vortrag, sowie Kooperationen mit der pharmazeutischen Industrie, helfen den DZD-Wissenschaftlern ihre Forschungsarbeiten auf eine mögliche spätere medizinische Anwendung auszurichten.