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23.06.2015

Die Zukunft der Medizin ist personalisiert

Personalisierte Ansätze in Prävention und Therapie rücken zunehmend in den Fokus der Medizin. Wie kann Patienten unter Berücksichtigung ihrer Genetik und ihres individuellen Stoffwechsels besser geholfen werden? Hierfür sind maßgeschneiderte Konzepte basierend auf umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen erforderlich. Vom 18. bis 19. Juni 2015 widmeten sich internationale Experten aus aller Welt im Rahmen des 4th International Congress on Personalized Medicine „Up Close and Personalized“ in Tel Aviv (Israel) diesem Thema und präsentierten die neuesten Forschungsergebnisse.

Die Veranstaltung wurde vom Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) unterstützt und auch inhaltlich mitgestaltet. Prof. Hans-Ulrich Häring, DZD-Sprecher und Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik IV der Universität Tübingen, war Mitglied des Organisationskomitees. Die Hauptthemen des Kongresses beleuchteten, welche Daten und Untersuchungsmethoden erforderlich sind, um Erkrankungen wie Diabetes, Übergewicht, Krebs und Autoimmunkrankheiten vor ihrem manifesten Erscheinen vorherzusagen, individuell vorzubeugen oder maßgeschneidert zu therapieren. Zudem wurden Big Data- und Bioinformatik-Tools, Systeme zur Unterstützung der Entscheidungsfindung und neue Plattformen vorgestellt. Auch Barrieren der Implementierung personalisierter Medizin und die Qualitätssicherung wurden erörtert.

Prof. Häring stellte in seinem Vortrag zu Subphänotypen des Prädiabetes dar, wie verschieden Patienten im Vorstadium des Diabetes sind. Die individuellen Faktoren müssen für eine erfolgreiche Diabetesprävention berücksichtigt werden, denn nicht jeder Patient spricht auf die gleichen Maßnahmen an. Um dies genauer zu erforschen, wurde die Prädiabetes Lebensstil-Interventions-Studie (PLIS) initiiert. Die Teilnehmer dieser Multicenterstudie des DZD werden zunächst ausführlich untersucht. Anschließend erhalten sie Präventionsempfehlungen, die auf ihre individuellen Testergebnisse abgestimmt sind und werden ein Jahr lang betreut. Das Angebot stößt bei den Patienten auf großes Interesse. Inzwischen nehmen schon 700 Personen teil, insgesamt sind 1.000 Teilnehmer geplant.