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29.09.2015

3. Branchentreff Diabetes – Herausforderungen der nationalen Diabetes-Strategie

Trotz aller Erfolge und Fortschritte in der Behandlung von Diabetes, steht unser Gesundheitssystem angesichts der demografischen Entwicklung vor großen Herausforderungen. Gefragt sind nachhaltige Ansätze für die Gesundheitsförderung und Prävention. Auf dem 3. Branchentreff Diabetes am 28. September 2015 in Berlin stellten Vertreter aus Forschung, Verbänden und Politik den aktuellen Stand der Diabetesversorgung in Deutschland vor und zeigten auf, wo Handlungsbedarf besteht.

Branchentreff Diabetes

DZD-Wissenschaftler Prof. Dr. Andreas Fritsche, Leiter der Abteilung Ernährungsmedizin und Prävention am Universitätsklinikum Tübingen, ging in seinem Vortrag darauf ein, wie die Früherkennung und Prävention des Typ-2-Diabetes sinnvoll ausgebaut werden könnte. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Berücksichtigung von Subphänotypen und darauf abgestimmte personalisierte Ansätze. In der Prädiabetes Lebensstil-Interventions-Studie (PLIS) – einer Multicenterstudie des DZD – wird dieses Konzept bereits umgesetzt. Die intensive individuelle Betreuung wird von den Patienten mit großem Interesse angenommen.

Weitere diskutierte Fragen der Veranstaltung waren, wann es einen nationalen Diabetesplan in Deutschland geben wird und was dieser beinhalten sollte. EU-weit verfügen schon 16 Länder über eine nationalen Diabetesplan.

Der CDU-Gesundheitspolitiker Michael Hennrich sagte, dass die Schwerpunkte der Diabetespläne anderer europäischer Länder die Versorgungsforschung, nationale Hilfen für die Regionen, Prävention und Früherkennung, seien. Auf einigen dieser Felder könne Deutschland sehr gut mithalten. Hennrich kündigte an, eine bundesweite nationale Diabetesstrategie mit länderspezifischen Diabetesplänen in Gang zu setzen, um den föderalen Strukturen gerecht zu werden.

Frau Dr. Christa Scheidt-Nave vom Robert Koch Institut erörterte die Pläne zu einer Diabetes Surveillance, die vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird. Diese „Überwachung“ der Diabeteszahlen und Diabetesfolgen in Deutschland ist wichtig, um die Versorgung der Patienten verbessern zu können. Hier besteht auch eine Zusammenarbeit mit der Epidemiologie im DZD, wie Frau Scheidt-Nave erwähnte.

Die Forschungsinitiativen zur Diabetes-Prävention und Versorgung sind nötig, um der steigenden Diabeteszahlen und den Defiziten in der Diabetesversorgung Herr zu werden, von denen Professor Baptist Gallwitz, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft vom DZD-Partner des Universitätsklinikums Tübingen berichtete.