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16.02.2016

Karl-Oberdisse-Preis 2016 für DZD-Wissenschaftlerin

Sofiya M. Gancheva, Studienärztin beim DZD-Partner Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ), hat den Karl-Oberdisse-Preis 2016 der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie erhalten. In ihrer prämierten Arbeit erforschte sie den Energiestoffwechsel der Leber in Patienten mit neu diagnostiziertem Typ-1-Diabetes*.

Frau Gancheva mit Preiszertifikat in der Hand

Ausgezeichnet mit dem Karl-Oberdisse-Preis 2016: Sofiya M. Gancheva, Studienärztin am Deutschen Diabetes-Zentrum. Quelle: DDZ

Bisherige Studien deuten darauf hin, dass der Energiestoffwechsel in der Leber bei Patienten mit Typ-2-Diabetes beeinträchtigt ist und im Zusammenhang mit einer Fettleber und Insulinresistenz steht. Die Forschungsarbeit von Sofiya Gancheva hat nun gezeigt, dass dies ebenfalls der Fall bei Patienten mit Typ-1-Diabetes sein kann. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Beeinträchtigung des hepatischen Energiestoffwechsels als Frühzeichen der Begleiterkrankung der Leber bei Typ-1-Diabetes gelten könnte. „Am DDZ werden sehr gute Forschungsprojekte wie das von Frau Gancheva geleitet“, erklärte Prof. Dr. Michael Roden, Wissenschaftlicher Direktor und Vorstand des DDZ. „Daher danken wir der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie für die Anerkennung dieser Arbeit und die Förderung unseres Nachwuchses.“ 

Sofiya Gancheva studierte von 2006 bis 2013 an der Medizinischen Universität in Sofia Humanmedizin. Seit 2013 verantwortet sie als Studienärztin am Deutschen Diabetes-Zentrum verschiedene klinische Studien wie EmLiFa001 und Bariatrix. Bei der EmLiFa001- Studie wird der Effekt von einem neuen Antidiabetikum auf die nichtalkoholische Fettleber, die durch Einlagerungen von Fett in die Leberzellen gekennzeichnet ist, bei Patienten mit Typ-2-Diabetes untersucht. Bei der Bariatrix-Studie liegt der Forschungsschwerpunkt auf Untersuchungen zu kurz- und längerfristigen Effekten der bariatrischen Chirurgie auf den Energiestoffwechsel und die Insulinsensitivität bei schwer adipösen Patienten.

Die Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie verleiht den Karl-Oberdisse-Preis jährlich für die beste klinisch-experimentelle Arbeit auf dem Gebiet der Endokrinologie und Diabetologie. Bewerben können sich Ärztinnen/Ärzte oder Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler, die ihre Arbeit in wesentlichen Teilen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt haben. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert. Prof. Dr. Karl Oberdisse (1903-2002), der Namensgeber des Preises, hat die deutsche Endokrinologie und Diabetologie maßgeblich beeinflusst. Er war Lehrstuhlinhaber für Innere Medizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und gründete 1965 das Diabetes-Forschungsinstitut (DFI) an der Universität Düsseldorf. Diese Einrichtung, die er von 1964 bis 1973 leitete, firmiert seit 2004 als Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ).

* „Variations in Genes Controlling Oxidative Metabolism Contribute to Lower Hepatic ATP Independent of Liver Fat Content in Type 1 Diabetes"