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08.02.2017

DDZ-Wissenschaftler erhält Karl-Oberdisse-Preis 2017

Gidon Bönhof, Studienarzt am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ), einem Partner im DZD, hat den Karl-Oberdisse-Preis 2017 der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie erhalten. In seiner prämierten Arbeit* erforscht er den Faserverlust und die Regeneration von Nerven bei Typ-2-Diabetes-Patienten mit schmerzhaften im Vergleich zu schmerzlosen diabetischen Nervenschädigungen (Polyneuropathie).

Ausgezeichnet mit dem Karl-Oberdisse-Preis 2017: Gidon Bönhof, Studienarzt am Deutschen Diabetes-Zentrum. Quelle: DDZ

Bisherige Studien deuten darauf hin, dass sowohl Nervendegeneration als auch –regeneration eine Rolle bei der Entstehung von schmerzhaften und schmerzlosen diabetischen Nervenschädigungen spielen. Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass in der schmerzhaften Form bei Typ-2-Diabetes-Erkrankten eine höhere regenerative Kapazität der Nervenfasern in der dermalen Schicht der Haut vorliegt. Daraus folgert der Wissenschaftler, dass trotz eines fortschreitenden Nervenfaserverlusts in der oberflächlichen Schicht der Haut (Epidermis) die dermale Nervenregeneration erhalten bleibt. Diese kann jedoch nicht den epidermalen Faserverlust hinreichend kompensieren.

„Die Forschungsarbeit von Herrn Bönhof zeigt, wie wichtig Vorsorge und eine frühzeitige Entdeckung von Nervenstörungen für Betroffene ist“, erklärte Prof. Dr. Michael Roden, Wissenschaftlicher Direktor und Vorstand des DDZ. „Wir danken der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie für die Anerkennung dieser Arbeit und die Förderung unseres Nachwuchses.“ 

Gidon Bönhof studierte von 2008 bis 2014 Humanmedizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Seit 2015 arbeitet er unter der Leitung von Prof. Dr. Dan Ziegler, Stellvertretender Direktor des Instituts für Klinische Diabetologie, als Studienarzt am Deutschen Diabetes-Zentrum. Er ist Teil der Arbeitsgruppe „Neuropathie", die sich mit den verschiedenen Manifestationen der diabetischen Neuropathien beschäftigt, die wesentlich die Lebensqualität und Prognose der Patienten mit Diabetes beeinträchtigen. Eine möglichst frühzeitige Erkennung der vielfältigen Nervenstörungen und deren Risikofaktoren mit der Konsequenz einer gezielten Therapie bzw. Prävention sind daher wichtige Forschungsziele.
Die Nordrhein-Westfälische Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie verleiht den Karl-Oberdisse-Preis jährlich für die beste klinisch-experimentelle Arbeit auf dem Gebiet der Endokrinologie und Diabetologie. Bewerben können sich Ärztinnen/Ärzte oder Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler, die ihre Arbeit in wesentlichen Teilen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt haben. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert. Prof. Dr. Karl Oberdisse (1903-2002), der Namensgeber des Preises, hat die deutsche Endokrinologie und Diabetologie maßgeblich beeinflusst. Er war Lehrstuhlinhaber für Innere Medizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und gründete 1965 das Diabetes-Forschungsinstitut (DFI) an der Universität Düsseldorf. Diese Einrichtung, die er von 1964 bis 1973 leitete, firmiert seit 2004 als Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ).

*„Patterns of cutaneous nerve fibre loss and regeneration in type 2 diabetes with painful and painless polyneuropathy“