News

04.05.2017

Renommierte Diabetes-Experten und junge Forscher im Austausch

Mehr als 80 Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt konnten sich bei der DZD Diabetes Research School DRS17 und dem nachfolgenden Insulin Receptor Meeting IR 2017(19.- 22. April in Nizza) über den aktuellen Stand der Diabetes-Forschung informieren. Internationale Experten gaben einen Überblick über ihre Forschungsarbeiten. Schwerpunkte waren die Translation wissenschaftlicher Ergebnisse in die klinische Praxis und neue Konzepte für die Diabetes-Therapie.

Quelle: DZD/Dalivoust

Die DZD Diabetes Research School (Video) ist für Doktoranden und Postdocs sowie wissenschaftlich aktive Ärzte im Bereich der Diabetes-Forschung konzipiert. „Auf der DRS17 gewährten international anerkannte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Europa und den USA in Überblicksvorträgen Einblicke in ihre Arbeiten“, sagt Martin Hrabě de Angelis, Vorstand des DZD.
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit dem „German-French Diabetes Symposium“. Dort präsentierte Patrick Collombat (University of Nice) neueste Ergebnisse aus der Betazellforschung. Agnès Lehuen (University of Paris V Descartes) referierte über MAIT Zellen, einen neuen Typ von Immunzellen, die mit dem Mikrobiom in Zusammenhang stehen und sowohl bei Typ-1- als auch bei Typ-2-Diabetes relevant sein dürften. Und schließlich untermauerte Philippe Froguel (University of Lille) mit seinen Daten, die bedeutende Rolle von genetischen und epigenetischen Faktoren bei Diabetes.

Translation wissenschaftlicher Ergebnisse
Erfolgreiche Beispiele für den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis standen im Mittelpunkt der Session „Translating Science to Clinics“. Henning Beck-Nielsen (University of Odense) betonte hierbei, wie wichtig für die Entwicklung neuer wirksamer Therapien für ein umfassendes Verständnis der unterschiedlichen physiologischen Ursachen des Typ-2-Diabetes ist. Hans-Jürgen Wörle (Boehringer Ingelheim) stellte für ein Antidiabetikum, einen SGLT-2 Inhibitor, weitere Anwendungsmöglichkeiten für Herzkreislauferkrankungen vor, eine der häufigsten Folgen von Diabetes.
Ron Kahn (Harvard Medical School) und Stephen O’Rahilly (University of Cambridge) informierten in der Session “Future Concepts for Diabetes Therapy” über die extrem wichtige Rolle von Fettgewebe für die metabolische Flexibilität, die ausschlaggebend für menschliche Stoffwechselerkrankungen sein kann.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die Nachwuchswissenschaftler den Vortrag von Jeffrey Flier (Harvard Medical School), der sowohl über die Schwierigkeiten berichtete, Ergebnisse aus der biologischen Forschung zu reproduzieren, als auch über die Bedeutung wissenschaftlicher Publikationen sprach.

Die DRS bietet den Teilnehmer aber nicht nur Möglichkeit, die Vorträge renommierter Diabetes-Wissenschaftlern zu hören, sondern auch mit ihnen direkt ins Gespräch zu kommen. So können die Nachwuchswissenschaftler in Poster-Sessions ihre Forschungsergebnisse mit den Diabetes-Experten sowie den anderen Teilnehmern diskutieren. „Für uns junge Wissenschaftler ist es inspirierend, so herausragende Forscher zu treffen, die fundamentale Arbeiten im Bereich der Insulin-Rezeptor-Wissenschaft geleistet haben. Wir hatten zudem die Möglichkeit, uns mit den anderen School-Teilnehmern über unsere Forschungsarbeiten auszutauschen. Viele von uns kommen mit neuen und frischen Ideen nach Hause“, fasst die Doktorandin Theresia Gutmann vom Paul Langerhans-Institut ihre Eindrücke zusammen.

IR 2017: Wissenschaftliche Vorträge auf höchstem Niveau
Die DZD Diabetes Research School findet immer in Kombination mit großen Diabetes-Fachtagungen wie dem Insulin Receptor Meeting statt. Die Jungwissenschaftler kamen so in den Genuss von wissenschaftlichen Vorträgen auf höchstem Niveau, die von den führenden Köpfen im Forschungsfeld gehalten wurden. Im Abschlussvortrag zog Michael Czech (University of Massachusetts Medical School) eine kurze Bilanz, welche Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten erzielt wurden, und gab einen Ausblick, vor welchen Herausforderungen die Forscher der nächsten Generation stehen. Er betonte, dass neue Technologien wie z.B. CRISP/CAS künftig eine Rolle spielen können.

DZD Diabetes Research School – ein erfolgreiches Konzept
Das Konzept der DZD Diabetes Research School hat sich bewährt. Die Teilnehmer waren insbesondere davon begeistert, dass sie sich mit so vielen hochkarätigen Experten austauschen sowie wichtige Kontakte und Netzwerke mit Kolleginnen und Kollegen aufbauen konnten. Insbesondere die Vortragenden loben das besondere Konzept der DZD Diabetes Research School: „Die Veranstaltung bietet eine einzigartige Möglichkeit für junge Forscher sich über aktuelle Ergebnisse aus der Diabetes-Forschung zu informieren und mit den Experten darüber zu diskutieren“, betont Ron Kahn, der bereits zum zweiten Mal als Referent bei der School aktiv war.
Die nächste DZD Diabetes Research School findet im Herbst 2018 in Berlin in Kombination mit der EASD-Jahrestagung statt.