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Neue Initiativen in der Diabetesforschung in Deutschland

 

Berlin - Die Entwicklung verbesserter Präventions- und Behandlungsstrategien, der Deutsche Diabetes-Risiko-Test® zur frühzeitigen Erkennung des Diabetesrisikos, sowie neueste epidemiologische Erkenntnisse zur regionalen und sozialen Verteilung des Typ-2-Diabetes waren Themen des Symposiums des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) und des krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Diabetes mellitus (KKNDm) auf der diesjährigen Herbsttagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Berlin.

Mit der Präsentation von Ergebnissen wissenschaftsinitiierter klinischer Studien und epidemiologischer Untersuchungen boten Mitglieder des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) und des krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Diabetes mellitus (KKNDm) einen Einblick in aktuelle Projekte. Bei der Eröffnung des Symposiums hob Prof. Martin Hrabé de Angelis, Helmholtz Zentrum München, als Mitglied im DZD-Vorstand den wissenschaftlichen Mehrwert hervor, der dank der interdisziplinären Zusammenarbeit in den beiden Forschungsverbünden erreicht wird.

Dr. Wolfgang Rathmann vom Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf präsentierte einen klaren Zusammenhang zwischen der regionalen Verteilung des Typ-2-Diabets und verschiedenen individuellen als auch regionalen sozioökonomischen Faktoren, der im Rahmen eines Kompetenznetzprojekts aus epidemiologischen Untersuchungen ermittelt wurden.

Mit dem Deutschen Diabetes-Risiko-Test® stellte Prof. Matthias Schulze, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, einen Fragebogen vor, der jedem Erwachsenen erlaubt, selbstständig sein individuelles Risiko für Typ-2-Diabetes zu bestimmen. Der Test basiert auf Ergebnissen epidemiologischer Untersuchungen. Zeigt das Testergebnis eine erhöhte Anfälligkeit für Diabetes auf, sind wirksame Vorsorgemaßnahmen entscheidend.

„Leider reicht eine Änderung des Lebensstils nicht bei allen Personen mit einem erhöhten Diabetesrisiko aus. Wir wollen durch individuelle Vorsorgestrategien der Krankheit zukünftig keine Chance geben.“, erklärte Prof. Andreas Fritsche vom Paul-Langerhans Institut an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen, bei der Vorstellung der Prädiabetes Interventionsstudie des DZD. Die Wissenschaftler untersuchen über einen mehrjährigen Zeitraum die Auswirkungen einer Lebensstiländerung, wie z.B. gesündere Ernährung oder mehr Bewegung, auf die Entstehung einer Typ-2-Diabetes Erkrankung.

In der Deutschen Diabetes-Studie beobachten Prof. Michael Roden vom Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf und seine Kollegen vom DZD bei Patienten den Verlauf von Typ-1 und Typ-2-Diabetes Erkrankungen über mehrere Jahre. Aktuell sind in Düsseldorf bereits 500 Probanden aufgenommen. Dank der Erweiterung der Studie auf die weiteren vier Standorte des DZD, kann innerhalb kurzer Zeit eine hohe, aussagekräftige Patientenzahl in die Studie eingeschlossen werden. Roden hofft dadurch auf neue Erkenntnisse zur Wirksamkeit von unterschiedlichen Therapie und der Entstehung von Sekundärerkrankungen. Gemeinsam mit den Ergebnissen der Phänotypisierung soll die Krankheitsentwicklung besser vorhersagbar und dadurch auch besser behandelbar werden.

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