2017, Juli

Fetuin-A führt zu pathologischen Veränderungen der Niere

Fettgewebe ist nicht per se schädlich. Es kann sogar schützende Effekte haben. So verfügt etwa das Fettgewebe, das um Blutgefäße oder die Niere lokalisiert ist, über regenerative Eigenschaften. „Erst das von der Fettleber produzierte Fetuin-A führt zu pathologischen Veränderungen“, berichtet DZD-Forscherin Professorin Dorothea Siegel-Axel vom Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) des Helmholtz Zentrum München an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen.

Die Folge: Statt wie bisher das Gewebe zu schützen, löst das Fettgewebe nun entzündliche Prozesse aus. Das führt zu einer Einschränkung der Nierenfunktion. Das zeigen Untersuchungen an Arterien und der Niere, die von der Arbeitsgruppe kürzlich im Journal Scientific Reports (Nature Group) publiziert wurden.
Hintergrund: Forscherinnen und Forscher des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung DZD aus Tübingen haben bereits vor mehreren Jahren herausgefunden, dass insbesondere eine verfettete Leber andere Organe schädigen kann. Ursache hierfür ist das veränderte Sekretionsverhalten der Fettleber. Sie produziert vermehrt Glukose, ungünstige Fette und Proteine, wie das Hepatokin Fetuin-A, und gibt sie in den Blutkreislauf ab. So gelangen die abgegebenen Substanzen der Fettleber zu anderen Organen und lösen dort Reaktionen aus (Organ-Crosstalk).

Original-Publikation:
Wagner R. et al (2017): The protective effect of human renal sinus fat on glomerular cells is reversed by the hepatokine fetuin-A. Scientific Reports, DOI: 10.1038/s41598-017-02210-4

Fettgewebe um ein Blutgefäß in der Niere. Quelle: IDM