Diabetes-Risiko-Tests im Vergleich

Potsdam-Rehbrücke - Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) haben erstmals alle bislang publizierten Diabetes-Risiko-Tests miteinander verglichen. Nach den Resultaten der neuen Studie bestimmen trotz der methodischen Unterschiede eine Reihe von Tests das Diabetes-Risiko einer Person recht genau. Oft verlieren sie aber an Genauigkeit, wenn sie in Bevölkerungsgruppen angewendet werden, in denen sie nicht entwickelt wurden.

Das Wissenschaftlerteam um die beiden Epidemiologen Matthias Schulze und Brian Buijsse vom DIfE publizierte die Studie nun in der Fachzeitschrift Epidemiologic Reviews (Pubmed).

Prävention Typ-2-Diabetes

Typ-2-Diabetes (Alterszucker) erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und einen frühzeitigen Tod und ist eine der Hauptursachen für Nierenversagen, Erblindungen und Amputationen. Verschiedene Studien belegen, dass sich ein Ausbrechen der Erkrankung durch einen gesunden Lebensstil oder durch geeignete Medikamententherapien vermeiden oder zumindest verzögern lässt. Daher haben bereits mehrere Staaten Diabetes-Präventionsprogramme gestartet. Wissenschaftler in verschiedenen Ländern haben Risiko-Tests entwickelt, die es erlauben sollen, das Diabetes-Risiko von noch nicht erkrankten Personen kostengünstig, aber dennoch sehr genau und flächendeckend zu bestimmen.

Ziel der vorliegenden Studie war es, alle wissenschaftlichen Daten zu den bis dato veröffentlichten Risiko-Tests miteinander zu vergleichen. Zudem sollte die Studie darlegen, wie gut einzelne Risiko-Tests auch in anderen, ethnisch unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen funktionieren.

Ethnisch angepasste Tests

„Nach unseren Ergebnissen war die Leistungsfähigkeit der Tests oft eingeschränkt, wenn sie in Bevölkerungsgruppen überprüft wurden, in denen sie nicht entwickelt worden waren. Für Präventionsprogramme ist es deshalb sinnvoll, Risiko-Tests zu nutzen, welche die ethnischen Besonderheiten der zu untersuchenden Bevölkerungsgruppe berücksichtigen und entsprechend validiert wurden“, sagt Matthias Schulze, der die Abteilung Molekulare Epidemiologie am DIfE leitet.


Motivation zur Prävention

Wie die Studie auch zeigt, beruhen die meisten Risiko-Tests auf Informationen zu nicht-veränderbaren Risikofaktoren (Alter, Geschlecht oder familiäre Vorbelastung mit Diabetes). Tests, welche eine Reihe veränderbarer Lebensstilfaktoren wie Ernährung oder Bewegung berücksichtigen, waren eher selten. „Solche Tests eignen sich jedoch besser, um Personen dazu zu motivieren, ihren Lebensstil zu verändern, denn sie zeigen, was man tun kann, um sein Risiko zu vermindern“, erklärt Brian Buijsse, Erstautor der Studie.

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) ist Partner des vom BMBF gegründeten Deutschen Zentrums für Diabetesforschung e.V. (DZD).

Diabetes-Risiko-Test

Birgit Niesing
Birgit Niesing

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit