DZD-Forschende bei der F.A.Z.-Konferenz Gesundheit & Ernährung

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Gleich zwei Wissenschaftler des DZD waren als Referenten bei der F.A.Z.-Konferenz Gesundheit & Ernährung vertreten. Prof. Peter Schwarz zeigte in seiner Keynote, warum Prävention so wichtig ist. Prof. Dr. Peter Achenbach stellte im Gespräch aktuelle Fortschritte bei der Früherkennung von Typ1Diabetes (T1D) vor.

Die Konferenz wird gemeinsam mit der Deutschen Diabetes Community #dedoc° organisiert. Ziel ist ein interdisziplinärer Austausch über die Zukunft von Ernährung, Gesundheit und medizinischer Versorgung. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Gesundheitswirtschaft, Technologie und Politik diskutieren dort mit Menschen, die mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes leben. 

Diabetes-Prävention im Fokus: Warum Handeln jetzt entscheidend ist 

In seiner Keynote „Diabetes im 21. Jahrhundert: Warum Prävention, Ernährung und Versorgung neu gedacht werden müssen“ machte Prof. Peter Schwarz, Leiter der International Diabetes Federation und DZD-Forscher, die weltweite Dynamik der Erkrankung deutlich. 

In der Region Naher Osten/Nordafrika ist bereits jeder sechste Erwachsene von Diabetes betroffen. Die Fallzahlen könnten dort bis 2050 von derzeit rund 85 Millionen auf bis zu 163 Millionen steigen. Auch in Subsahara-Afrika wird ein massiver Anstieg erwartet – von aktuell etwa 25 Millionen auf rund 60 Millionen Menschen mit Diabetes. 

Schwarz betonte, dass die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes oft Jahrzehnte vor der Diagnose beginnt. Insbesondere viszerales Fett und Fettansammlungen in der Leber beeinträchtigen die Glukosetoleranz. Eine frühzeitige Prävention durch Bewegung und gesunde Ernährung sei daher entscheidend. Er warb für ein lebensphasenorientiertes Präventions- und Versorgungskonzept. 

Typ1--Diabetes früh erkennen und behandeln 

Im Bühnengespräch sprach Bastian Niemeier (Youtuber „Diabetes ohne Grenzen” und Geschäftsführer SugrSugr GmbH) mit der Health Influencerin Kathi Korn und Prof. Dr. Peter Achenbach, stellvertretender Direktor des Instituts für Diabetesforschung (IDF) am Helmholtz Munich, über Fortschritte in der Forschung zu Typ-1-Diabetes (T1D) und deren Transfer in die Praxis.  

Achenbach erläuterte, dass T1D eine Autoimmunerkrankung ist, die erst im Verlauf zur Stoffwechselerkrankung wird. Dank moderner Screeningverfahren können Autoantikörper gegen die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauspeicheldrüse bereits erkannt werden, bevor Symptome auftreten. Das ermöglicht: 

  • das Vermeiden gefährlicher Stoffwechselentgleisungen 
  • rechtzeitige Schulungen für Kinder und Eltern im Umgang mit der Erkrankung 
  • den frühzeitigen Beginn therapeutischer Maßnahmen und das Verlängern der Restzeit der Insulin-produzierenden Zellen.  

Über die Fr1da-Studie können Eltern in vielen Bundesländern ihre Kinder bereits kostenlos auf T1D testen lassen. Kathi Korn, selbst von Typ-1-Diabetes betroffen, betonte den hohen Nutzen der Früherkennung, wünschte sich aber mehr Aufklärung: „Viele Menschen wissen gar nicht, dass es diese Möglichkeit gibt. Dabei kann man früh aktiv werden, noch bevor Symptome auftreten.“ Auch sie möchte ihre eigenen Kinder testen lassen. 

 Diese waren nur zwei Punkte in dem vielfältigen Kongress-Programm mit anregenden Diskussionen, in denen sich Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Institutionen mit Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes und Adipositas ihre Erfahrungen und Anregungen austauschten.   

Birgit Niesing
Birgit Niesing

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit