Heute haben die Helmholtz-Gemeinschaft und die Leibniz-Gemeinschaft sowie zwei Universitäten einen Forschungsverbund zur Bekämpfung des Diabetes in Deutschland ins Leben gerufen. An dem neu gegründeten Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) e.V. wird das Helmholtz Zentrum München zusammen mit dem Deutschen Diabeteszentrum Düsseldorf, dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam sowie den Universitätsklinken Tübingen und Dresden die Diabetesforschung in Deutschland und international bündeln und erweitern.
Zur Umsetzung einer langfristigen Zusammenarbeit der beteiligten Zentren wurde ein Verein nach deutschem Recht gegründet, dessen Geschäftsstelle seinen Sitz am Helmholtz Zentrum München haben wird.
"Mit der Einrichtung des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung wollen wir über ein integriertes Konzept das systemische Verständnis des Diabetes verbessern und so Strategien zu einer personalisierten Prävention und Therapie entwickeln", erklärte Prof. Günther Wess, Wissenschaftlich-Technischer Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München. Viel stärker als bisher in der Diabetesforschung werden dafür zukünftig neueste biomedizinische Technologien zum Einsatz kommen. "Am Helmholtz Zentrum München bauen wir auf eine Vielzahl von Fähigkeiten und Technologien auf, dank derer wir bereits in der Vergangenheit wesentliche Beiträge zur Diabetesforschung leisten konnten", so Wess.
Mit über sechs Millionen Patienten und jährlichen Kosten von über 30 Milliarden Euro gehört Diabetes in Deutschland zu den großen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Man weiß heute, dass die Entstehungsprozesse von Diabetes sehr viel komplexer sind als bisher angenommen. Angesichts der stetigen Zunahme der Erkrankungen ist eine wesentlich umfassendere Forschungsstrategie mit neuen Methoden zur individualisierten Diagnose, Prävention und Therapie erforderlich. Das neu gegründete Deutsche Zentrum für Diabetesforschung ist damit die Antwort auf die Dringlichkeit und Größe der sich abzeichnenden dramatischen Folgen dieses chronischen Krankheitsbildes für das Gesundheitswesen.
Oberstes Ziel des neu gegründeten Forschungsverbundes wird sein, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung zeitnah im Sinne echter translationaler Forschung den Patienten zugute kommen zu lassen. Dazu wird das DZD e.V. die Forschungskompetenzen in Deutschland bündeln und neue, schlagkräftige Strukturen unter direkter klinischer Anbindung schaffen. Ein wichtiges und zugleich dynamisches Element dieser Strukturen wird die Einrichtung nationaler Diabetes-Forschungsgruppen sein.
Am Helmholtz Zentrum München sind neben der großen Expertise in der Epidemiologie mit der Untersuchungsplattform KORA für populationsbasierte Forschung modernste biomedizinische Technologien wie Genomics, Proteomics, Metabolomics, Analytik für kleine Moleküle und Mausmodelle bereits etabliert. Mit ihnen können individuelle Risikofaktoren und Biomarker zur Diabetesfrüherkennung und zur Entwicklung von neuen Strategien für Prävention und Therapie identifiziert werden.
Zum Aufbau des DZD e.V. hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages für 2009 fünf Millionen Euro im Haushalt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bereitgestellt. In den nächsten zehn Jahren sollen weitere Mittel in Höhe von insgesamt über 300 Millionen Euro in das neue Zentrum fließen.