Wie sich Diabetes Typ 2, der sogenannte Altersdiabetes, verhindern und behandeln lässt, damit befassten sich am 15. März 2012 Medizinexperten aus Deutschland und Russland in Sankt Petersburg. Ihr Seminar zum Thema „Erfahrungen bei der Behandlung von Patienten mit Typ-2-Diabetes in Deutschland und Russland“ wurde vom Koch-Metschnikow-Forum Berlin e.V und der Nord-West Medizinischen Universität Metschnikow in Sankt Petersburg – ehemals „Medizinische Akademie Metschnikow“ – organisiert.
Prof. Dr. Michael Roden, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Deutschen Diabetes-Zentrums in Düsseldorf und Vorstandsmitglied im DZD, stellte das Deutsche Zentrum Diabetesforschung eV. (DZD) mit seinen fünf hochrangigen Partner-Instituten vor. Zudem tauschten sich die Teilnehmer über das Problem Diabetes Typ 2 und die zunehmende Fettsucht der Bevölkerung in Deutschland und Russland aus. Denn allein in Deutschland sind rund 6 Millionen Menschen an Diabetes mellitus erkrankt, weltweit sind es rund 250 Millionen. Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge wird die Zahl der Diabeteskranken bis 2025 auf 380 Millionen steigen.
Diabetes - Volkskrankheit mit schwerwiegenden Folgen
Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2, der verbreitetsten Form der Zuckerkrankheit, werden immer jünger. Die Hauptursache: Fettleibigkeit und Bewegungsmangel schon in jungen Jahren. Diabetes Typ 2 bringt schwerwiegende gesundheitspolitische und ökonomische Folgen mit sich, als besonders problematisch gelten die mittel- bis langfristigen Folgeerkrankungen des Gefäßsystems, die nicht selten mit Nierenerkrankungen, Amputationen oder Erblindung einhergehen. All das muss nicht sein: Durch eine Veränderung des Lebensstils lässt sich, wie jüngste Forschungsergebnisse zeigen, die Wahrscheinlichkeit, an Typ 2-Diabetes zu erkranken, um bis zu 58 % verringern – natürlich nur, wenn alle Beteiligten im Gesundheitswesen zusammenarbeiten, damit sich Patienten dieser Chance bewusst werden und sie ergreifen.
Seminar zum Thema Diabetes-Prävention und Behandlung
Auf dem Seminarprogramm in Sankt Petersburg standen die Themen Epidemiologie, Fragen der Diabetes-Prävention einschließlich der Behandlung des Übergewichtes durch bariatrische Operationen, also Operation zur Gewichtsreduktion, Kooperation mit Patienten-Organisationen, Strukturen und Erfolge in Diabetes-Tageskliniken, Stellenwert der Telemedizin sowie Probleme des diabetischen Fußes. Etwa 80 Mitglieder der Sankt Petersburger Universitäten und der Städtischen Diabeteskliniken und Polikliniken nahmen teil. Am darauffolgenden Tag brachte der Besuch einer städtischen Diabetes-Poliklinik interessante Einblicke in den diabetologischen Alltag in Sankt Petersburg. Das Seminar fand im Rahmen des „Deutsch-Russischen Wissenschaftsjahres statt und wurde durch das DWIH – Deutsches Haus für Wissenschaft und Innovation in Moskau gefördert.