Höchste EASD-Auszeichnung für Prof. Anette-Gabriele Ziegler
Der diesjährige Claude Bernard Prize geht an Prof. Anette-Gabriele Ziegler. Die Direktorin des Instituts für Diabetesforschung bei Helmholtz Munich, Professorin an der Technischen Universität München und DZD-Wissenschaftlerin wird für ihre herausragenden innovativen wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet des Typ-1-Diabetes gewürdigt.
Mit ihrer Forschung hat Ziegler wesentlich dazu beigetragen, frühe Stadien des Typ-1-Diabetes sichtbar zu machen und damit neue Möglichkeiten für Prävention, Früherkennung und frühe Behandlung zu eröffnen. Ihre Arbeiten zeigen, dass die Erkrankung bereits Jahre vor dem Auftreten klinischer Symptome beginnt und sich anhand spezifischer Autoantikörper früh erkennen lässt. Damit schuf sie die Grundlage für bevölkerungsweite Screening-Programme und Präventionsstudien, die heute international Maßstäbe setzen.
Seit vielen Jahren verfolgt sie das Ziel, Typ-1-Diabetes nicht nur frühzeitig zu erkennen, sondern auch früh zu behandeln und langfristig zu verhindern. Durch die enge Verzahnung von Forschung zu den Krankheitsmechanismen, klinischer Forschung und bevölkerungsbezogenen Studien hat sie entscheidend dazu beigetragen, neue Präventionsstrategien zu entwickeln und in die klinische Anwendung zu überführen.
Ihre Claude-Bernard-Vorlesung hält Prof. Ziegler am 29. September 2026 von 9:00 bis 9:45 Uhr auf der EASD-Jahrestagung in Mailand. (Livestream Option)
Camillo Golgi Prize für Prof. Andreas Birkenfeld
Mit dem Camillo Golgi Prize zeichnet die EASD Prof. Andreas Birkenfeld für seine herausragenden Beiträge zum Verständnis, zur Prävention und zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und seiner Begleiterkrankungen aus. Birkenfeld ist Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik IV am Universitätsklinikum Tübingen, Direktor des DZD-Partners Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) von Helmholtz Munich an der Universität Tübingen sowie Mitglied des DZD-Vorstands.
Besonders wegweisend sind seine Arbeiten zur Remission des Prädiabetes. Sie zeigen, dass die Rückkehr zu einer normalen Glukoseregulation nicht nur die Stoffwechselgesundheit verbessert, sondern auch das Risiko für Typ-2-Diabetes und spätere kardiovaskuläre Folgeerkrankungen senken kann. Darüber hinaus trug Birkenfeld zur Entwicklung neuer Therapieansätze bei, unter anderem durch die Erforschung des Langlebigkeitsgens INDY als potenzielles Ziel für die Behandlung von Diabetes, Fettlebererkrankungen und Adipositas.
Die Camillo-Golgi-Vorlesung von Prof. Birkenfeld findet am 29. September 2026 von 16:45 bis 17:45 Uhr statt.
EFSD Rising Star Fellowship für Dr. Aaron Novikoff
Mit dem EFSD Rising Star Fellowship Award fördert die European Foundation for the Study of Diabetes (EFSD) herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler auf dem Weg zur wissenschaftlichen Unabhängigkeit. Zu den diesjährigen Preisträgern gehört Dr. Aaron Novikoff von Helmholtz Munich und dem DZD.
Ausgezeichnet wird sein Forschungsprojekt „Elucidating New Strategies for Precision Incretin Pharmacology“. Ziel ist es, neue Ansätze für die Behandlung von Diabetes und Adipositas zu entwickeln. Novikoff untersucht, wie sich die Wirkung inkretinbasierter Medikamente durch ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Rezeptormechanismen gezielt optimieren lässt.
Sein Forschungsansatz verbindet moderne molekulare Methoden mit innovativen Strategien des Peptiddesigns und könnte dazu beitragen, künftige Therapien wirksamer und gleichzeitig besser verträglich zu machen.
Das Rising Star Symposium findet am 1. Oktober 2026 ab 8:30 Uhr statt.
Wissenschaftliche Exzellenz über alle Karrierestufen hinweg
„Die Auszeichnungen unterstreichen die internationale Sichtbarkeit und wissenschaftliche Exzellenz des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung. Sie würdigen sowohl herausragende Lebensleistungen und wegweisende wissenschaftliche Arbeiten als auch innovative Forschung der nächsten Generation“, sagt DZD-Vorstand Prof. Martin Hrabě de Angelis. Die ausgezeichneten Forschenden stehen für das zentrale Ziel des DZD: neue Wege zur Prävention, Früherkennung und Behandlung von Diabetes zu entwickeln und wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die medizinische Versorgung zu übertragen.
Über den Claude Bernard Prize
Der Claude Bernard Prize ist die höchste Auszeichnung der European Association for the Study of Diabetes (EASD). Er würdigt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für innovative wissenschaftliche Führung und herausragende Verdienste in der Diabetesforschung. Die Ehrung ist mit einem von Sanofi gestifteten Preisgeld verbunden.
Über den Camillo Golgi Prize
Der Camillo Golgi Prize wird jährlich für herausragende Beiträge zur Erforschung der Entstehung, Prävention und Behandlung von Diabeteskomplikationen und Begleiterkrankungen vergeben. Der Preis ist mit einem von Novo Nordisk gestifteten Preisgeld dotiert.
Über das EFSD Rising Star Fellowship
Das EFSD Rising Star Fellowship unterstützt exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler beim Aufbau eigenständiger Forschungsprogramme. Die Förderung wird von der European Foundation for the Study of Diabetes (EFSD) vergeben und von Novo Nordisk unterstützt. Ziel ist es, innovative Forschungsprojekte zu fördern, die neue Impulse für die Prävention und Behandlung von Diabetes liefern.
Helmholtz Munich ist ein biomedizinisches Spitzenforschungszentrum. Seine Mission ist, bahnbrechende Lösungen für eine gesündere Gesellschaft in einer sich schnell verändernden Welt zu entwickeln. Interdisziplinäre Forschungsteams fokussieren sich auf umweltbedingte Krankheiten, insbesondere die Therapie und die Prävention von Diabetes, Adipositas, Allergien und chronischen Lungenerkrankungen. Mittels künstlicher Intelligenz und Bioengineering transferieren die Forschenden ihre Erkenntnisse schneller zu den Patient:innen. Helmholtz Munich zählt mehr als 2.500 Mitarbeitende und hat seinen Sitz in München/Neuherberg. Es ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, mit mehr als 46.000 Mitarbeitenden und 18 Forschungszentren die größte Wissenschaftsorganisation in Deutschland. Mehr über Helmholtz Munich (Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt GmbH): www.helmholtz-munich.de
Das 1805 gegründete Universitätsklinikum Tübingen gehört zu den führenden Zentren der deutschen Hochschulmedizin. Als eines der 33 Universitätsklinika in Deutschland trägt es zum erfolgreichen Verbund von Hochleistungsmedizin, Forschung und Lehre bei. Mehr als 400.000 stationäre und ambulante Patientinnen und Patienten aus aller Welt profitieren jährlich von dieser Verbindung aus Wissenschaft und Praxis. Die Kliniken, Institute und Zentren vereinen Spezialistinnen und Spezialisten unterschiedlichster Fachrichtungen unter einem Dach.
Die Expertinnen und Experten arbeiten fachübergreifend zusammen und bieten jeder Patientin und jedem Patienten die optimale Behandlung, ausgerichtet an den neuesten Forschungsergebnissen. Das Universitätsklinikum Tübingen forscht für bessere Diagnosen, Therapien und Heilungschancen. Viele neue Behandlungsmethoden werden hier klinisch erprobt und angewandt. Neben der Diabetologie sind die Neurowissenschaften, Onkologie, Immunologie, Infektionsforschung und Vaskuläre Medizin Forschungsschwerpunkte in Tübingen. Der Lehrstuhl für Diabetologie /Endokrinologie war in den letzten 25 Jahren Zentrum interdisziplinärer Forschung, insbesondere unter Beteiligung der Chirurgie, Radiologie und Labormedizin. www.medizin.uni-tuebingen.de
Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD e.V.) ist eines der acht deutschen Zentren für Gesundheitsforschung. Es bringt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung zusammen und verbindet Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Ziel des DZD ist es, durch einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen, individuell abgestimmten Prävention, Diagnose und Behandlung von Diabetes mellitus zu leisten. www.dzd-ev.de