Epidemiologie und Versorgungsforschung (A)

Mit Hilfe großer Bevölkerungsstudien untersucht das DZD, welchen Einfluss Gene sowie Umwelt- und Lebensstilfaktoren auf die Diabetesentstehung haben. So sollen Prognosen über die Verbreitung des Diabetes in der Bevölkerung sowie über den individuellen Verlauf der Erkrankung bei Patienten erstellt werden. Zudem sucht DZD nach neuen Biomarkern, die zukünftig die Risikovorhersage sowie die Diagnose des Diabetes verbessern.

In Studien untersuchen DZD-Forscher u.a. den Einfluss von Umwelt- und Lebensstilfaktoren auf die Diabetesentstehung. © DZD

Die epidemiologischen Daten des DZD werden durch große prospektive Kohortenstudien, wie KORA (Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg) am Helmholtz Zentrum München und die EPIC-Potsdam-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) gewonnen. Darüber hinaus sind DZD-Partner an der Nationalen Kohorte (NAKO) – der größten bevölkerungsbezogenen Gesundheitsstudie in Deutschland – beteiligt und unterstützen das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) beim Aufbau einer „Diabetes-Surveillance“.

Ergebnisse

Erste Forschungsergebnisse kommen den Menschen bereits jetzt zugute. So lieferte die Auswertung der Daten von großen Bevölkerungsstudien wichtige Grundlagen, um den DIfE – DEUTSCHER DIABETES-RISIKO-TEST® zu entwickeln. Anhand dieses Tests kann jeder Erwachsene selbständig sein individuelles Risiko für eine Typ-2-Diabetes-Erkrankung bestimmen.

Durch die enge Kooperation der DZD-Partner und die gemeinsame Nutzung der Kohortendaten konnten zudem, verschiedene Faktoren identifiziert werden, die im Zusammenhang mit einem erhöhten Diabetesrisiko stehen. Zu diesen zählen biologische Marker wie das in der Leber gebildete Protein Fetuin A, Daten zu den Körpermaßen, zur Ernährung und zum Lebensstil sowie Diabetes in der Familie. Aber auch Umweltfaktoren wie Rauchen und verkehrsbedingte Umweltverschmutzung haben einen Einfluss auf die Diabetesentwicklung.

KORA-Studie

Unter der Leitung des Helmholtz Zentrum München beobachten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der „Kooperativen Gesundheitsforschung in der Region Augsburg“(KORA) den Gesundheitszustand der Augsburger Bevölkerung.
Seither haben die Forscher im Abstand von jeweils fünf Jahren insgesamt vier weitere Gruppen mit jeweils 4.000 bis 5.000 Probanden in KORA aufgenommen.

Potsdamer EPIC-Studie

Die Potsdamer Studie "European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition" (EPIC) wird am DIfE durchgeführt. Ziel ist es, zu erforschen, welche Zusammenhänge zwischen der Ernährung und dem Entstehen von Erkrankungen wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestehen. Es nehmen etwa 27.500 Männer und Frauen an der Studie teil.

Publikationen

MASP1, THBS1, GPLD1 and ApoA-IV are novel biomarkers associated with prediabetes: the KORA F4 study, Diabetologia (2016) 59: 1882. doi:10.1007/s00125-016-4024-2


Omentin-1, Adiponectin, and the Risk of Developing Type 2 Diabetes, Diabetes Care 2016 Jun; 39(6): e79-e80. doi.org/10.2337/dc15-2702


Metformin effect on non-targeted metabolite profiles in patients with type 2 diabetes and multiple murine tissues, Diabetes, doi: 10.2337/db16-0512


The genetic architecture of type 2 diabetes. Nature. 2016 Aug 4;536(7614):41-7, doi:10.1038/nature18642


Investigation of gene-diet interactions in the incretin system and risk of type 2 diabetes: the EPIC-InterAct study. InterAct Consortium. Diabetologia. 2016 Dec;59(12):2613-2621. doi: 10.1007/s00125-016-4090-5

Ansprechpartner

Prof. Dr.
Annette Peters

HMGU
Institut für Epidemiologie II


Prof. Dr.
Matthias Schulze

DIfE
Abteilung Molekulare Epidemiologie

Prof. Annette Peters, HMGU, "Epidemiologie – Risikofaktoren für Diabetes"