Epidemiologie und Versorgungsforschung

Die Epidemiologen im DZD untersuchen mit Hilfe großer Bevölkerungsstudien, welche Zusammenhänge zwischen dem Entstehen eines Diabetes mellitus und dem Einfluss genetischer und anderer molekularer Marker sowie Umwelt- und Lebensstilfaktoren bestehen. Basierend auf ihren Forschungsergebnissen wollen sie Prognosen über die Verbreitung des Diabetes in der Bevölkerung sowie über den individuellen Verlauf der Erkrankung bei Patienten erstellen. Zudem suchen sie nach neuen Biomarkern, die zukünftig die Risikovorhersage sowie die Diagnose des Diabetes verbessern. Ein weiteres Ziel ist, wirksamere Präventionsstrategien zu entwickeln.

 

Optimale Kohorten-Studien und Infrastrukturen im DZD

Mitglieder des DZD sind an der Durchführung von zwei großen epidemiologischen Studien beteiligt:

Die Kohorten liefern neue Erkenntnisse zum Einfluss von Umwelt und Lebensstil auf den Diabetes. Besondere Bedeutung haben hierbei moderne „-omics“-Technologien. Untersuchungen von Bioproben von mehr als 50.000 Personen tragen zur Identifizierung unbekannter Diabetesrisikogene und neuer Biomarker bei.

Erfolge durch enge Zusammenarbeit

Durch die enge Kooperation der DZD-Partner und die gemeinsame Nutzung der Kohortendaten konnten bereits folgende Ergebnisse erzielt werden:

  • Weiterentwicklung und Optimierung des Deutsche Diabetes-Risiko-Test®.
  • Identifikation einer großen Zahl verschiedenartiger Faktoren, die im Zusammenhang mit einem erhöhten Diabetesrisiko stehen. Zu diesen zählen biologische Marker wie das in der Leber gebildete Protein Fetuin A, Daten zu den Körpermaßen, zur Ernährung und zum Lebensstil sowie Diabetes in der Familie.
  • Umweltfaktoren wie Rauchen und verkehrsbedingte Umweltverschmutzung haben einen Einfluss auf die Diabetesentwicklung.

Definition Epidemiologie

Die Epidemiologie untersucht mit Hilfe statistischer Methoden die Ursachen, die Verbreitung, den Verlauf und die Folgen von Krankheiten in der Bevölkerung. Sie bestimmt die Anzahl von Erkrankten und deren Verteilung in verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
Epidemiologen suchen nach Zusammenhängen zwischen genetischen, Umwelt- und Lebensstilfaktoren und dem Entstehen von Krankheiten. Dabei analysieren sie auch biologisches Probenmaterial von Studienteilnehmern, um neue Biomarker, z. B. bestimmte Eiweißmoleküle im Blut oder Risikogenvarianten, zu identifizieren, die mit einer bestimmten Erkrankung in Verbindung stehen. Diese sollen zukünftig dazu beitragen, Erkrankungsrisiken genauer vorherzusagen oder dazu dienen, die Diagnose einzelner Erkrankungen zu erleichtern.
Die Ergebnisse epidemiologischer Untersuchungen bilden die Basis vieler gesundheitspolitischer Maßnahmen, die im Interesse der Volksgesundheit unternommen werden (z.B. Präventionsprogramme).

Literatur

Lesen Sie dazu einen Übersichtsartikel der DZD-Wissenschaftler Prof. Dr. Matthias Schulze und Dr. Kristin Mühlenbruch vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke.