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Coronavirus SARS-CoV-2: Forschungsaktivitäten des DZD

Weltweit arbeiten Forschende daran, mehr über die Verbreitung des neuen Coronavirus SARS-CoV‑2 sowie den Verlauf der Erkrankung Covid-19 zu erfahren. Zudem suchen sie nach Wirkstoffen, um die Erkrankung besser behandeln und einen schweren Verlauf von COVID-19 stoppen zu können. Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) beteiligt sich an verschiedenen Forschungsinitiativen und Studien. Zudem untersuchen DZD-Forschende, ob das Coronavirus SARS-CoV-2 für Menschen mit Diabetes besonders gefährlich ist und wie man die Stoffwechselerkrankung während der Pandemie managen kann. Hier ein erster Überblick, auch über gemeinsame Aktivitäten der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG).

Quelle: Pete Linforth, Pixabay

 

LEOSS: Fallregister mit klinischen Daten zu Patientinnen und Patienten mit SARS-CoV-2 Infektion

Wann erkranken Patienten schwer nach einer Infektion mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV‑2? Wie kann man sie bestmöglich behandeln? Welche Maßnahmen waren bisher erfolgreich? Um diese und viele weitere Fragen zu Covid-19 beantworten zu können, benötigen die Ärztinnen und Ärzte sowie Forschende verlässliche klinische Daten. In dem Fallregister Lean European Open Survey on SARS-CoV-2 Infected Patients (LEOSS) werden klinische Daten für Patientinnen und Patienten mit SARS-CoV-2-Infektion gesammelt. Hierzu arbeiten alle Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung an dem von der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) initiierten Projekt zusammen. So können z.B. auch Fragestellungen untersucht werden, ob und wie Vorerkrankungen den Krankheitsverlauf beeinflussen. Das DZD hat dazu wichtige Diabeteswerte zusammengestellt, die in LEOSS erfasst werden und beteiligt sich an den Partnerstandorten mit der Rekrutierung von Patienten. Ziel ist es, festzustellen, welchen Einfluss Übergewicht und Diabetes auf den Verlauf der Erkrankung haben.
https://leoss.net

 

WHO Solidarity Trial

Weltweit arbeiten Forschende daran, möglichst schnell Wirkstoffe zu finden, die einen schweren Verlauf von COVID-19 stoppen können. Hoffnung machen Medikamente, die bereits für andere Krankheiten wie zum Beispiel HIV oder Malaria zugelassen sind und im Labor sowie in einzelnen Heilversuchen Wirkung gegen das neue Coronavirus gezeigt haben. Vier besonders vielversprechende Wirkstoffe oder Wirkstoff-Kombinationen (Remdesivir, Chloroquin bzw. Hydroxychloroquin, Lopinavir und Ritonavir) hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgewählt, um sie in einem klinischen Studienprogramm in mehreren Ländern zu testen. In Deutschland übernimmt das DZIF gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Gesundheitsforschung die Aufgabe, diesen Solidarity Trial zu koordinieren. Er wird von allen Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) unterstützt.
https://www.dzif.de/de/dzif-und-dzl-koordinieren-deutschland-den-who-solidarity-trial

 

Covid-19-Knowledge Graph: Wissen sichtbar machen

In dem Projekt COVID*Graph werden öffentlich zugängliche Literaturquellen, Patentschriften zu COVID-19 sowie Datensätze aus Genom- und molekularbiologischen Datenbanken verknüpft und in einem Knowledge Graph anschaulich dargestellt. Ziel ist es, Forschenden dabei zu helfen, sich schnell und effizient in den vielfältigen Daten zu COVID-19 zurechtzufinden. An dem Projekt ist das DZD Daten- und Wissensmanagement-Team federführend beteiligt. Da Menschen mit Diabetes eine höhere Inzidenz für schwere Komplikationen unter einer SARS-CoV-2-Infektion haben, erweitern DZD-Forschende u.a. die Datenintegrationstechnologie um diabetesrelevante Daten. https://covidgraph.org/

Quelle: Screenshot covidgraph.org

 

Online-Studie LIFE & COVID

Eine neue Studie zum Thema Lebensstil und COVID-19 hat das Studienzentrums Diabetes des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München um PD Dr. Andreas Lechner aufgelegt. Inwieweit Lebensstilfaktoren, wie z. B. Ernährung und Sport, einen Einfluss auf die Schwere des Krankheitsverlaufs haben, wird im Laufe von 12 Monaten anhand von maximal vier Online-Befragungen erhoben.
Das Team um Dr. Lechner ist eine Klinische Kooperationsgruppe des DZD-Partners Helmholtz Zentrum München.
www.lifeandcovid.de

 

Tests auf Antikörper in bestehenden Studien

Flächendeckende Antikörpertests gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2 können helfen, realistische Werte über die Infektionshäufigkeit mit dem Erreger zu erhalten. Forschende der etablierten Screening-Studie „Fr1da plus“, die Kinder in Bayern auf ein Frühstadium von Typ-1-Diabetes testen, beziehen diese Tests nun direkt in ihre Untersuchungen mit ein. Gemeinsam mit einem bestehenden Netzwerk aus rund 600 Kinder-und Jugendärztinnen und -ärzten und unter der Leitung des DZD-Partners Helmholtz Zentrum München könnten sie bis zu 65.000 Blutproben aus der Fr1da-plus-Studie nun auch auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 testen.

Zudem sind Partnerstandorte des DZD an Forschungsprojekten zur besseren Erfassung der Infektionshäufigkeit mit dem Erreger sowie zur besseren Diagnose von COVID-19 beteiligt, indem sie Kohorten, z.B. KORA und NAKO, für epidemiologische Fragen verwenden, die Prospective COVID-19 Cohort Munich starten und Assays zum Nachweis von Antikörpern gegen COVID-19 entwickeln. Auch in der Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation (DPV) wird erfasst, ob Menschen mit Diabetes an COVID-19 erkrankt sind.

 

Informationen zu Corona und Diabetes auf diabinfo.de

Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, dass Menschen mit Diabetes verlässliche und wissenschaftlich geprüfte Informationen erhalten. Auf dem nationalen Diabetesinformationsportal www.diabinfo.de wurde dafür die Rubrik Diabetes und Coronavirus mit aktuellen Informationen und Anworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Diabetes und Corona eingerichtet.
www.diabinfo-leben.de/coronavirus-sars-cov-2  

Quelle: Screenshot diabinfo.de

 

Diabetes und Covid-19: Zwei Publikationen erschienen

Mehr Forschung zu den Zusammenhängen zwischen Fettleibigkeit, unverhältnismäßiger Fettverteilung sowie gestörter metabolischer Gesundheit und dem Schweregrad von COVID-19 fordern Autoren des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD), des Boston Children's Hospital und der Harvard T.H. Chan School of Public Health in einem Nature Reviews Endocrinology "Comment".
Original-Publikation:
Stefan N, Birkenfeld AL, Schulze MB, Ludwig DS. Obesity and impaired metabolic health in patients with COVID-19. Nat Rev Endocrinol. 2020, doi.org/10.1038/s41574-020-0364-6

Ein internationales Gremium von Experten auf dem Gebiet von Diabetes und Endokrinologie – darunter auch Forschende des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) – haben praktische Empfehlungen für das Management von Diabetes während der Pandemie erstellt und in ‚Lancet Diabetes Endocrinology‘ (Personal View) veröffentlicht.
Original-Publikation:
Bornstein et al: Practical recommendations for the management of diabetes in patients with COVID-19. Lancet Diabetes Endocrinol. 2020 Apr 23. pii: S2213-8587(20)30152-2. DOI: 10.1016/S2213-8587(20)30152-2.