Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Forschen für eine Zukunft ohne Diabetes - das ist die Mission des DZD, die uns anspornt und vereint.“

Prof. Martin Hrabě de Angelis, DZD-Vorstand

Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Durch die deutschlandweite Kooperation können Multicenterstudien mit der erforderlichen Teilnehmerzahl durchgeführt werden.“

Prof. Michael Roden, DZD-Vorstand

Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Besonderes Augenmerk legt das DZD auf zeitnahen Transfer der Ergebnisse aus dem Labor in die medizinische Versorgung.“

Prof. Michele Solimena, DZD-Sprecher

 

Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Das Besondere an der Forschung im DZD ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen.“

Prof. Annette Schürmann, DZD-Sprecher

DZD - Deutsches Zentrum
für Diabetesforschung

Ulm, 04.09.2020

Einfluss des Corona-Lock Down auf Neuerkrankungen mit Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen untersucht

Wie verhielt sich die Erkrankungsrate während des Lock Down hinsichtlich Stressfaktoren einerseits aber generell weniger Ansteckungsmöglichkeiten mit diversen Virusinfektionen andererseits? Dies untersuchte eine deutschlandweite Forschungsgruppe um den DZD-Wissenschaftler Prof. Dr. Reinhard Holl von der Universität Ulm. Im Fachjournal „Diabetes Care“ veröffentlichte das Team seine Ergebnisse, die keinen signifikanten Anstieg während Mitte März und Mitte Mai 2020 zeigten.

Dass psychischer Stress ein Risikofaktor für Typ-1-Diabetes ist, hatte sich durch deutlich steigende Neuerkrankungen 1986 nach dem Gau im Kernkraftwerk Tschernobyl und 1994 nach dem Erdbeben in Los Angeles gezeigt. Kontaktbeschränkungen, Kita- und Schulschließungen, Home-Schooling und mögliche Familienkonflikte scheinen jedoch im Beobachtungszeitraum keine direkten Effekte gehabt zu haben.

Die Rate der Neuerkrankungen stieg in der Zeit des Lock Down von Mitte März bis Mitte Mai 2020 nur in vergleichbarem Maß zu den letzten Jahren. In 2019 waren es in diesem Zeitraum 503 neu erfasste Fälle, im gleichen Intervall diesen Jahres 531. Das entspricht laut Prof. Holl dem normalen jährlichen Zuwachs. Der Leiter der Arbeitsgruppe Computergestütztes Qualitätsmanagement in der Medizin im epidemiologischen Institut der Universität Ulm und sein Team hatten Daten aus 216 Diabeteszentren in Deutschland zur Verfügung.

Da jedoch durch die Kontaktbeschränkungen weniger Ansteckungsgefahr mit diversen Infekten bestand, war dieser andere Risikofaktor für Typ-1-Diabetes während des Lock Down geringer als sonst. Ob diese beiden Effekte sich womöglich ausgeglichen haben, kann durch diese Kurzzeit-Studie nicht belegt werden. Daher seien Folgestudien vonnöten, um mittel- und langfristige Effekte der Pandemie auf die Erkrankungsrate verstehen zu können, meinen die Forschenden. 

Original-Publikation:
Tittel, S.R., Rosenbauer, J. et al., Did the COVID-19 lockdown affect the incidence of paediatric type 1 diabetes in Germany? Diabetes Care. https://doi.org/10.2337/dc20-1633

Pressekontakt

Birgit Niesing


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