Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Forschen für eine Zukunft ohne Diabetes - das ist die Mission des DZD, die uns anspornt und vereint.“

Prof. Martin Hrabě de Angelis, DZD-Vorstand

Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Durch die deutschlandweite Kooperation können Multicenterstudien mit der erforderlichen Teilnehmerzahl durchgeführt werden.“

Prof. Michael Roden, DZD-Vorstand

Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Besonderes Augenmerk legt das DZD auf zeitnahen Transfer der Ergebnisse aus dem Labor in die medizinische Versorgung.“

Prof. Michele Solimena, DZD-Sprecher

 

Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Das Besondere an der Forschung im DZD ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen.“

Prof. Annette Schürmann, DZD-Sprecher

DZD - Deutsches Zentrum
für Diabetesforschung

Neuherberg, 07.09.2020

Neue ERC Starting Grants für wegweisende Forschungsprojekte am Helmholtz Zentrum München

Das Helmholtz Zentrum München gewinnt in der neuen Finanzierungsrunde des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) vier ERC Starting Grants. Damit erhalten alle Projekte aus der engeren Auswahl eine Förderung, was einen neuen Rekord für das Zentrum darstellt. Die honorierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen mit ihren Projekten zu einer gesünderen Gesellschaft beitragen und entwickeln dafür neue Methoden für die personalisierte Medizin in den Bereichen Lunge, Stoffwechsel, Krebs und Allergien.

„Mit dieser besonderen Auszeichnung würdigt der ERC unsere herausragenden Nachwuchstalente. Zugleich ist sie ein Zeichen des Erfolgs für die ehrgeizige Forschungsstrategie unseres Zentrums: Alle vier Gewinnerprojekte entwickeln und nutzen modernste Technologien um die Prävention, Behandlung und Heilung umweltbedingter Erkrankungen voranzutreiben“, sagt Prof. Matthias Tschöp, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München. „Digitale Ansätze von Deep Learning bis zu Organchips sind das Herzstück dieser Projekte. Sie werden die Entwicklung personalisierter Medizin in einer sich rasch verändernden Welt beschleunigen.“

Ziel der ERC Starting Grants ist es, Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher dabei zu unterstützen, ihre eigene Laufbahn zu einzuschlagen und den Übergang von der angeleiteten zur unabhängigen und selbständigen Forschung zu schaffen. Antragstellende beliebiger Nationalität müssen 2-7 Jahren Erfahrung nach Abschluss ihrer Promotion und eine vielversprechende wissenschaftliche Erfolgsbilanz vorweisen. Herausragende Forschungsprojekte werden mit einer Summe von bis zu 1,5 Millionen Euro in einem Projektzeitraum von maximal 5 Jahren gefördert.

Die Gewinnerprojekte des Helmholtz Zentrums München im Überblick:

Dr. Marie Standl, Epidemiologie:
Allergische Erkrankungen (wie Asthma, Rhinitis und atopisches Ekzem) haben in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Eine Heilung gibt es bislang nicht. Marie Standl zielt darauf ab, das komplexe Zusammenspiel von genetischen, Umwelt- und Lebensstilfaktoren bei der Entwickelung allergischer Krankheiten besser zu verstehen. Dabei will sie diejenigen Mechanismen identifizieren, die den Unterschied machen zwischen jungen Erwachsenen, die frei von allergischen Erkrankungen sind, und jenen, die darunter leiden. Datengrundlage bilden zwei deutsche Geburtskohortenstudien (GINIplus und LISA), die Daten von der Geburt bis zum jungen Erwachsenenalter zur Verfügung stellen, sowie eine umfangreiche Untersuchung unter 25-Jährigen. Dabei hofft Marie Standl, Biomarker identifizieren zu können, die die Entstehung und das Fortschreiten allergischer Erkrankungen vorhersagen. Letztendlich soll das Projekt die Entwicklung wirksamer Frühinterventionsstrategien für anfällige Bevölkerungsgruppen unterstützen.

Dr. Michael Menden, Computational Biomedicine:
In der Krebstherapie wird viel Hoffnung auf die personalisierte Medizin gesetzt. Je nach genetischem Profil der Tumore, sollen diese unterschiedlich behandelt werden. Diese Methode scheitert jedoch häufig an der Entstehung von Arzneimittelresistenzen. Michael Menden will molekulare Veränderungen im Krebs identifizieren, die klären, ob eine Krebszelle auf eine Therapie reagieren oder nicht. Dazu wird Michael Mendens Gruppe Hochdurchsatz-Screens von Krebszellen mit statistischen und rechengestützten Methoden analysieren und infolgedessen intelligente Arzneimittelkombinationen hervorbringen. Synergien zwischen verschiedenen Medikamenten will Michael Menden mithilfe von Deep-Learning-Algorithmen berechnen und so die Präzisionsmedizin in der Krebsbehandlung verbessern.

Dr. Maria Rohm, Diabetes und Krebs:
Knapp ein Drittel aller Personen, die an Krebs leiden, sterben an Kachexie. Kachexie kennzeichnet sich durch den starken Verlust von Fettgewebe und Muskelmasse. Bis heute gibt es keine wirksame Heilung. Maria Rohm hat sich daher die Identifizierung von Kachexie-Biomarkern und zugrundeliegenden metabolischen Signalwegen zum Ziel gesetzt, um die Erkrankung in einem frühen Stadium erkennen und behandeln zu können. Dabei stützt sie sich auf Forschungsergebnisse ihrer Gruppe, die die Stoffwechselfehlfunktionen bei Kachexie untersuchen. Aktuelle Daten deuten darauf hin, dass der Auslöser von Kachexie darin liegt, dass Tumore einen energieintensiven Substratzyklus in den Fettzellen aktivieren, der einen Energiemangel und damit eine systemische Stoffwechselstörung auslöst. Davon betroffen ist auch der Glukose- und Lipidstoffwechsel. Maria Rohm will anhand von Zellkultursystemen, Kachexie-Mausmodellen sowie Patientenproben den Kachexie-Metabolismus besser verstehen und gezielter beeinflussen, sowie Lipide als potenzielle Biomarker untersuchen.

Dr. Janna Nawroth, Biologische und medizinische Bildgebung:
Die Lungenerkrankung COPD (chronic obstructive pulmonary disease) wird meist durch Luftverschmutzung oder Zigarettenrauch ausgelöst und ist die dritthäufigste Todesursache weltweit. Bisher können am Menschen nur die Symptome behandelt werden, die Krankheit selbst ist nicht heilbar. Studien deuten darauf hin, dass mechanische Veränderungen in der Lunge durch COPD, bspw. der verringerte Fluss von Atemluft, selbst wichtige aktive Treiber für die Erkrankung sind. Janna Nawroth entwickelte ein 3D-Modell menschlicher Atemwegserkrankungen, einen Lungen-Chip, der COPD-ähnliche Eigenschaften nachahmen kann. Mithilfe dieses Chips will sie die mechanischen Eigenschaften des COPD-Atemwegsgewebes simulieren und unter Verwendung von Lichtmikroskopie und anderen analytischen Verfahren systematisch untersuchen, wie mechanische Faktoren das Fortschreiten der COPD vorantreiben. Dies könnte zur Entdeckung neuer therapeutischer Zielstrukturen führen. Zudem hat der interdisziplinäre Ansatz das Potenzial, die Forschung an anderen chronischen Lungenerkrankungen wie Krebs und Fibrose zu erleichtern.

Pressekontakt

Birgit Niesing


+49 (0)89 3187-3971