Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Forschen für eine Zukunft ohne Diabetes - das ist die Mission des DZD, die uns anspornt und vereint.“

Prof. Martin Hrabě de Angelis, DZD-Vorstand

Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

"Das DZD steht für Forschung, die den Menschen mit Diabetes zugute kommen soll."

Prof. Andreas Birkenfeld, DZD-Sprecher

„Durch die deutschlandweite Kooperation können Multicenterstudien mit der erforderlichen Teilnehmerzahl durchgeführt werden.“

Prof. Michael Roden, DZD-Vorstand

Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Besonderes Augenmerk legt das DZD auf zeitnahen Transfer der Ergebnisse aus dem Labor in die medizinische Versorgung.“

Prof. Michele Solimena, DZD-Sprecher

 

Forschen für eine Zukunft
ohne Diabetes

„Das Besondere an der Forschung im DZD ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachrichtungen.“

Prof. Annette Schürmann, DZD-Sprecherin

DZD - Deutsches Zentrum
für Diabetesforschung

Potsdam-Rehbrücke, 20.06.2023

Um den weiteren dramatischen Anstieg von Fettleibigkeit zu verhindern, hat sich ein neues europäisches Forschungsprojekt zum Ziel gesetzt, die Erkrankung bereits im Kindesalter zu verhindern. Zum Start des fünfjährigen Projekts OBELISK, an dem auch Forschende des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) beteiligt sind, traf sich das internationale Konsortium erstmals Anfang Juni in Frankreich.

Laut einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2022 ist etwa jedes dritte Grundschulkind in Europa übergewichtig oder krankhaft fettleibig, d. h. adipös – Tendenz steigend. Die Zahl adipöser Teenager ist von 6 Prozent im Jahr 1980 auf alarmierende 32 Prozent gestiegen. Da eine effiziente Behandlung von Adipositas im Erwachsenenalter meist komplex und schwierig ist, sollte bereits in jungen Jahren die Prävention und Behandlung von Adipositas angestrebt werden, um das Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen, wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu reduzieren.

Das neue internationale Forschungsprojekt OBELISK (Prevention of obesity throughout the life course) hat sich daher zum Ziel gesetzt, Fettleibigkeit bei Kindern zu verhindern und die zugrunde liegenden Ursachen zu bekämpfen. Insgesamt beteiligen sich 15 Partner aus Universitäten, Forschungseinrichtungen sowie kleinen und mittleren Unternehmen aus neun europäischen Ländern an dem fünfjährigen Forschungsprojekt, darunter auch das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE).


Erstes OBELISK-Projekttreffen Anfang Juni 2023 am Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale (INSERM) in Lille. © Noëlie Colinet


Aufklärung von genetischen Veränderungen
Prof. Annette Schürmann, Leiterin der Abteilung Experimentelle Diabetologie, und PD Dr. Heike Vogel, Leiterin der Forschungsgruppe Genetik der Adipositas, beschäftigen sich bereits seit vielen Jahren mit genetischen Veränderungen, die zur Entwicklung der Adipositas beitragen. Gemeinsam mit Dr. Meriem Ouni, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Experimentelle Diabetologie, werden sie sich im OBELISK-Projekt den (epi)genetischen Veränderungen im Muskel- und Fettgewebe widmen. „Dazu werden wir Mäuse nach einem intermittierenden Fastenprogramm und nach einem vierwöchigen körperlichen Training vergleichen,“ erklärt Schürmann. „Zudem vergleichen wir adipöse Patientinnen und Patienten vor und ein Jahr nach einer bariatrischen, also gewichtsreduzierenden, Operation“, ergänzt Vogel.

In Zusammenarbeit mit den anderen Projektpartnern sollen daraufhin die identifizierten Gen-Veränderungen mit denen verglichen werden, die bereits bei Kindern bekannt sind. Die vielversprechendsten Kandidatengene werden anschließend in vitro und in vivo mittels CRISPR/Cas9-Technik manipuliert, um ihre Funktionen zu charakterisieren. Durch die Kombination von Humangenetik, experimenteller Charakterisierung und prädiktiver Modellierung soll es so gelingen, neue Adipositasgene zu identifizieren, die für die zukünftige Entwicklung von Arzneimitteln von Bedeutung sein könnten.

11,2 Millionen Euro für eine lebenslange Adipositas-Prävention
Am 6. und 7. Juni 2023 traf sich das OBELISK-Konsortium erstmals in Lille am Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale (INSERM), um gemeinsam in das Projekt zu starten. Das Forschungsprojekt wird mit 9,5 Millionen Euro aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union „Horizon Europe“ und weiteren 1,7 Millionen Euro aus den Förderstellen für Forschung in Großbritannien und der Schweiz finanziert. Das Projektteam vom DIfE erhält rund 400.000 Euro für seine Forschung.


Hintergrundinformationen:
Das Forschungsprojekt OBELISK verfolgt das Ziel, das Verständnis der molekularen Mechanismen, die den Übergang von Normalgewicht zu Fettleibigkeit im Kindesalter bedingen, aufzuklären. Es wird angestrebt, neue Gene zu identifizieren, die mit einem starken Übergewicht im Kindesalter in Verbindung stehen, um daraufhin neue medikamentöse Therapien zu entwickeln. Darüber hinaus soll die Wirksamkeit gezielter Ansätze zur Vorbeugung der Erkrankung im Kindesalter untersucht werden. Dazu zählt auch die Erprobung neuer Behandlungen zur Umkehrung der Fettleibigkeit bei Kindern, die Mutationen aufweisen und daher für die frühe Entwicklung einer schweren Fettleibigkeit prädisponiert sind.

OBELISK nutzt sowohl auf Forschungsebene als auch bei der Verbreitung der Projektergebnisse einen Ansatz, der auf folgenden vier Prinzipien beruht: Prädiktion (Vorhersage), Prävention (Vorbeugung), Präzision (Genauigkeit) und Partizipation (Beteiligung). Dieser 4P-Ansatz schafft Raum für soziale Innovation durch die Einbindung von Familien, wissenschaftlichen und medizinischen Gemeinschaften, Kindertagesstätten, Schulen, politischen Entscheidungsträgern und der Industrie.

Die öffentliche Website zu OBELISK wird im Oktober 2023 verfügbar sein. In der Zwischenzeit können Interessierte den Projektfortschritt auf Twitter unter @ObeliskProjectE verfolgen.

Projektpartner:

  • Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale (INSERM), Frankreich (Projektkoordination)        
  • Oulu Yliopisto, Finnland
  • Assistance Publique – Hôpitaux de Paris, Frankreich
  • Università degli Studi di Messina, Italien
  • Technische Universität München, Deutschland
  • Lunds Universitet, Schweden
  • Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam Rehbrücke, Deutschland
  • European Childhood Obesity Group, Belgien
  • Università degli Studi di Verona, Italien
  • Università degli Studi di Roma Tor Vergata, Italien
  • Fundació Institut Mar d’Investigacions Mèdiques, Spanien
  • Inserm Transfert SA, Frankreich
  • Centre Hospitalier Régional et Universitaire de Lille, Frankreich
  • Swiss Institute of Bioinformatics, Schweiz
  • Beta Technology, Großbritannien

 

Das DIfE ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es erforscht die Ursachen ernährungsassoziierter Erkrankungen, um neue Strategien für Prävention, Therapie und Ernährungsempfehlungen zu entwickeln. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Ursachen und Folgen des metabolischen Syndroms, einer Kombination aus Adipositas (Fettsucht), Hypertonie (Bluthochdruck), Insulinresistenz und Fettstoffwechselstörung, die Rolle der Ernährung für ein gesundes Altern sowie die biologischen Grundlagen von Nahrungsauswahl und Ernährungsverhalten. Das DIfE ist zudem ein Partner des 2009 vom BMBF geförderten Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD). www.dife.de

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung e.V. ist eines der sieben Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Es bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Ziel des DZD ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen, maßgeschneiderten Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten. Mitglieder des Verbunds sind Helmholtz Munich – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrücke, das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen von Helmholtz Munich an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und das Paul-Langerhans-Institut Dresden von Helmholtz Munich am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, assoziierte Partner an den Universitäten in Heidelberg, Köln, Leipzig, Lübeck und München sowie weitere Projektpartner. www.dzd-ev.de  

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