Prävention des Typ-2-Diabetes

Koordinatoren:

Andreas Birkenfeld | Sofiya Gancheva | Andrea Icks | Matthias Schulze

Mitglieder der Academy

Andreas Birkenfeld, IDM
Matthias Blüher, Leipzig
Andreas Fritsche, IDM
Sofiya Gancheva, DDZ
Andrea Icks, DDZ
Reiner Jumpertz-von Schwartzenberg, IDM
Stefan Kabisch, Charité
Michael Laxy, HMGU
Knut Mai, Charité
Olga Ramich, DIfE
Gencer Sancar, IDM
Sabrina Schlesinger, DDZ
Patrick Schrauwen, DDZ
Matthias Schulze, DIfE
Peter Schwarz, PLID
Norbert Stefan, IDM
Michael Stumvoll, Leipzig
Julia Szendrödi, Heidelberg
Barbara Thorand, HMGU
Nina Trinks, DDZ
Siegfried Ussar, HMGU
Robert Wagner, DDZ
Cora Weigert, IDM

Typ-2-Diabetes (T2D) entwickelt sich schleichend, umso wichtiger ist es, früh mit der Vorbeugung zu beginnen. DZD-Forschende entwickeln innovative und präzise Strategien zur Prävention mit dem Ziel, Risikopersonen frühzeitig zu identifizieren, ihr Erkrankungsrisiko zu senken und eine Remission zu ermöglichen.

Die Prevention T2D Academy konzentriert sich auf die Identifikation verschiedener Subtypen des Diabetesrisikos und die Entwicklung präziser Präventionsmaßnahmen. Die Forschenden untersuchen Mechanismen, die für Schutzprozesse essenziell sind, testen diese in klinischen Studien und erforschen die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit.

Schwerpunkte

  • Welche pathophysiologischen Mechanismen sind entscheidend für Prävention, Komplikationsvermeidung und Remission?
  • Wie lassen sich wirksame Präventionsmaßnahmen nachhaltig in das öffentliche Gesundheitssystem integrieren?

Neue Ansätze zur Vorbeugung von Typ-2-Diabetes

Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie kann man Typ-2-Diabetes frühzeitig verhindern? Dafür wird erforscht, wie genau Prävention im Körper wirkt. Diese Erkenntnisse werden in Studien mit Teilnehmenden überprüft und in die Praxis übertragen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die multizentrische DZD-Interventionsstudie „Prediabetes Lifestyle Intervention Study“ (PLIS), in der Menschen mit hohem Risiko durch eine gezielte Lebensstiländerung unterstützt wurden – mit vielversprechenden Ergebnissen. In den vergangenen Jahren haben Forschende bedeutende Fortschritte bei der Remission von Prädiabetes erzielt. Darunter versteht man die Rückkehr zu gesunden Blutzuckerwerten. Zudem wurden spezielle Blutanalysen entwickelt – insbesondere im Bereich der Lipidomik. Diese ermöglichen es, Personen zu identifizieren, die besonders gut auf eine gezielte Ernährungstherapie ansprechen.

Präzisionsprävention als Schlüssel zur effektiven Diabetesvorbeugung

Die Academy setzt auf Präzisionsprävention: Sie identifiziert Subtypen unter Risikopersonen und entwickelt gezielte
Interventionen für diese Gruppen. Dabei werden sowohl biologische Mechanismen als auch individuelle Reaktionen auf präventive Maßnahmen systematisch untersucht. Die wissenschaftliche Basis bilden bevölkerungsbasierte Kohorten und groß angelegte klinische Studien, unterstützt durch moderne Datenanalysen und Methoden des maschinellen Lernens. Das Spektrum der erforschten Strategien reicht von Lebensstilinterventionen über medikamentöse Ansätze bis hin zu chirurgischen Verfahren.

Berechnung des Erkrankungsrisikos

Darüber hinaus entwickelt die Academy Risikovorhersagetools auf Basis langfristiger bevölkerungsbasierter Studien in Deutschland. Diese ermöglichen eine genauere Einschätzung des Diabetesrisikos auf Bevölkerungsebene. Ergänzt wird dies durch gesundheitsökonomische Analysen, die die Kosteneffektivität präventiver Maßnahmen bewerten und so die evidenzbasierte Integration in die klinische Versorgung und öffentliche Gesundheitsstrategien unterstützen.

Publikationen

Wagner R et al. Pathophysiology-based subphenotyping of individuals at elevated risk for type 2 diabetes. Nat Med (2021). DOI: 10.1038/s41591-020-1116-9

Sandforth A et al. Mechanisms of weight loss-induced remission in people with prediabetes: a post-hoc analysis of the PLIS study. Lancet Diabetes Endocrinol. (2023). DOI: 10.1016/S2213-8587(23)00235-8

Eichelmann F et al. Lipidome changes due to improved dietary fat quality inform cardiometabolic risk reduction and precision nutrition. Nat Med (2024). https://doi.org/10.1038/s41591-024-03124-1

Stefan N et al. Impact of higher BMI on cardiometabolic risk: does height matter? Lancet Diabetes Endocrinol. (2024). https://doi.org/10.1016/S2213-8587(24)00164-5