46. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG)

Rund 7000 Diabetesexperten trafen sich vergangene Woche in Leipzig um neueste Erkenntnisse aus der Wissenschaft und Praxis zu diskutieren. Die Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) präsentierten ihre Ergebnisse in zahlreichen Vorträgen und Postern.


Unter dem Titel „Perspektiven Leipzig 2011: Dialog – Erfahrung –Gewinn“ versammelte die DDG, die Deutsche Diabetes-Gesellschaft, ein breit gefächertes Publikum aus Wissenschaft und Forschung, ärztlichen Praxis, Pflege, alltäglichen Hilfe und Beratung auf ihrem Kongress. Der thematische Bogen war weit gespannt: von konkreten praktischen Fragestellungen aus der klinischen Diabetologie, über Gesundheitsökonomie bis zu neuesten Ergebnissen aus der Grundlagenforschung.
Die Wissenschaftler des DZD gaben in zahlreichen Beiträgen Einblick in ihre aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Prävention, Entstehung und Verbreitung von und zur Behandlung bei Diabetes mellitus.  Hier einige Highlights:


Prognose zur Diabetesprävalenz
Dass die Häufigkeit des Typ-2-Diabetes in den nächsten Jahrzehnten in Deutschland steigen wird, steht in Leipzig für Dr. Rathmann vom DDZ in Düsseldorf, Mitglied des DZD, fest. Für die Altersgruppe der 55- bis 74-jährigen Männer sagt eine modellbasierte Schätzung des DDZ bis zum Jahr 2030 einen Zuwachs um fast eine Million Personen mit Diabetes voraus (plus 79 Prozent). Bei den Frauen wird ein Anstieg um eine halbe Million Betroffene prognostiziert (plus 47 Prozent).


Zuverlässige Risikovorhersage
In Angesicht dieser drastischen Prognose ist eine zuverlässige Vorhersage des Diabetesrisikos umso wichtiger. Prof. Schulze vom DIfE in Potsdam-Rehbrücke, Mitglied des DZD, stellte in seinem Vortrag „Diabetes-Risikovorhersagemodelle mittels konventioneller, metabolischer und genetischer Marker“ vor. In weiteren Vorträgen gingen die Wissenschaftler des DZD auf die Rolle von Risikogenen ein.


Organ-Crosstalk
Mehrere Arbeitsgruppen des DZD präsentierten ihre neuesten Daten zur Funktion und dem Zusammenspiel einzelner Organe bei der Entstehung des Diabetes. Prof. Fritsche vom PLIT in Tübingen, Mitglied im DZD, überraschte mit neuen Ergebnissen zur Rolle des Gehirns und Prof. Roden vom DDZ lenkte das Augenmerk der Hörerschaft auf die Leber.


Rund um die Betazelle
Dr. Ludwig vom PLID in Dresden, Mitglied im DZD, bot neue Einblicke zur „Islet transplantation – bench and bedside“. Und Dr. Lickert vom Helmholtz-Zentrum München, ebenfalls Mitglied im DZD, stellte neueste Erkenntnisse der Entwicklungsbiologie der Betazelle vor, die maßgeblich zu einer zukünftigen Stammzelltherapie beitragen könnten.

Birgit Niesing
Birgit Niesing

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit