Antje Körner wird am 17. Juli in Mexico City mit dem renommierten Willendorf Award der World Obesity Federation ausgezeichnet. Der Preis zählt zu den bedeutendsten, internationalen Ehrungen auf dem Gebiet der Adipositasforschung. Er wird seit 1980 im Rahmen des „International Congress on Obesity“ verliehen. Antje Körner ist Professorin für Metabolismusforschung an der Universität Leipzig und Leiterin des Bereichs „Childhood Obesity and Metabolic Research“ am Helmholtz-Institut für Metabolismus-, Adipositas- und Gefäßforschung (HI-MAG) beim DZD-Partner Helmholtz Munich.
„Diese Auszeichnung ist eine große Ehre und Anerkennung für die Arbeit meines gesamten Teams. Sie unterstreicht die Bedeutung einer langfristig angelegten und interdisziplinären Forschung, um die Ursachen von Adipositas und deren Folgen besser zu verstehen und die Versorgung betroffener Kinder und Familien nachhaltig zu verbessern“, sagt Prof. Körner. Kinder stehen im Zentrum ihrer wissenschaftlichen Arbeit. „Jedes Kind verdient die Chance auf ein gesundes Leben. Forschung trägt dazu bei, Risiken früh zu erkennen, Folgeerkrankungen zu verhindern und betroffenen Familien neue Perspektiven zu eröffnen.“
Die Arbeit der Leipziger Adipositas-Expertin hat entscheidend dazu beigetragen, die frühe Kindheit als kritisches Zeitfenster für die Manifestation dieser Krankheit zu identifizieren. Körner untersucht, welche biologischen Veränderungen im Fettgewebe mit den metabolischen Folgeerkrankungen verknüpft sind. Darüber hinaus konnte ihr Team neue Wege aufzeigen, um das Risiko schwerwiegender Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, präziser vorherzusagen. Zu ihren wegweisenden Entdeckungen zählt die Identifizierung einer bislang unbekannten genetischen Ursache von Adipositas. Körner veröffentlichte über 250 wissenschaftliche Originalarbeiten und erhielt zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. Sie hat mehr als elf Millionen Euro an Forschungsgeldern eingeworben, darunter Mittel der EU, der DFG und des BMBF.
Ein besonderes Merkmal ihrer Arbeit ist der ganzheitliche Forschungsansatz: Antje Körner verbindet experimentelle Grundlagenforschung mit klinischen und epidemiologischen Studien und genetischer Forschung. Dadurch gelingt es, Erkenntnisse aus dem Labor mit der Versorgung von Patient:innen zu verknüpfen. Unterstützt wird dieser Ansatz durch starke Forschungsnetzwerke und einzigartige Infrastrukturen in Leipzig, die Körner mit aufgebaut hat. Regionale und nationale Verbünde wie das Exzellenzcluster Leipzig Center of Metabolism (LeiCeM), das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) sowie die LIFE Child-Kohorte und das HI-MAG schaffen ein wissenschaftliches Umfeld, um die Entstehung und Entwicklung von Adipositas über die gesamte Lebensspanne hinweg zu erforschen.
Auszeichnungen und Ehrungen
Sächsische Akademie der Wissenschaften, Leipziger Wissenschaftspreis, EASO-Novo Nordisk Foundation Obesity Prize for Excellence 2024