Herausragende Diabetesforschung: Prof. Dr. Annette Schürmann erhält die Von Mering Goldmedaille 2026

DZD Pressemitteilungen

Düsseldorf

Die Diabetes- und Stoffwechselforscherin Prof. Dr. Annette Schürmann wird mit der Von Mering Goldmedaille 2026 des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) ausgezeichnet. Mit ihren Forschungsarbeiten zu den genetischen und epigenetischen Ursachen von Typ-2-Diabetes und Adipositas hat sie das Verständnis der Entstehung von Stoffwechselerkrankungen maßgeblich vorangebracht. Die Von Mering Goldmedaille wird seit 2016 vom Vorstand des DDZ an herausragende Persönlichkeiten verliehen, die maßgebliche Forschungsleistungen erbracht und sich für die Diabetesforschung in Deutschland sowie für das DDZ entscheidend eingesetzt haben.

„Frau Professorin Schürmann hat mit ihren Arbeiten zu den molekularen Schutzmechanismen der insulinproduzierenden Beta-Zellen ein zentrales Feld der Diabetesforschung geprägt. Ihre Erkenntnisse sind ein wichtiger Ausgangspunkt für neue Therapieansätze bei Typ-2-Diabetes", betont Prof. Michael Roden, wissenschaftlicher Geschäftsführer und Sprecher des Vorstands des DDZ sowie Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. „Als eine Sprecherin des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) hat sie zudem die deutsche Diabetesforschung strategisch mitgestaltet und die Zusammenarbeit unter anderem mit dem DDZ entscheidend gestärkt.“

Von 2009 bis 2025 war Dr. Schürmann Professorin für Ernährungswissenschaften an der Universität Potsdam und leitete die Abteilung Experimentelle Diabetologie am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), einem Partnerinstitut des DZD. Als langjährige Schirmherrin der AG Nachwuchs der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) hat sie sich dafür eingesetzt, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für die Diabetologie zu begeistern und zu fördern.

Forschung zu Genen, Epigenetik und Beta-Zellen

In ihrer Forschung konzentrierte sie sich darauf, welche Gene für die Diabetesentstehung relevant sind, inwieweit die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes auch mit epigenetischen Veränderungen in den Langerhans-Zellen einhergeht und welche positiven Einflüsse Ernährung und Bewegung haben. Insbesondere gelang es ihr, molekulare Schutzmechanismen zu identifizieren, die den Funktionsverlust der insulinproduzierenden Beta-Zellen verhindern. Diese Erkenntnisse bilden einen wichtigen Ausgangspunkt für neue therapeutische Ansätze des Typ-2-Diabetes. Für ihre Arbeiten wurde sie bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem

Werner-Creutzfeldt-Preis (2016), der Hellmut-Otto-Medaille der DDG (2021) und der Paul-Langerhans-Medaille (2025) der DDG sowie der Medaille der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (2021).

„Ich fühle mich sehr geehrt, dass die Forschungsarbeiten meines Teams und mir mit der Von Mering Goldmedaille ausgezeichnet werden. Unsere Erfolge wären ohne die konstruktiven Kooperationen innerhalb und außerhalb des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) nicht möglich gewesen. Mein Dank gilt also auch vielen nationalen und internationalen Kollegen und Kolleginnen“, sagt Prof. Schürmann.

Von Mering Lecture zu zellulärer Seneszenz

Die traditionelle Von Mering Lecture hielt Dr. Ulf Smith, Professor für Medizin an der Sahlgrenska Academy der Universität Göteborg (Schweden) und Direktor des Lundberg Laboratory for Diabetes Research an der Universität Göteborg, mit dem Titel „Importance of cell senescence in dysmetabolic states". Prof. Smith zählt mit seiner Expertise zu den Entstehungsmechanismen des Typ-2-Diabetes ebenfalls zu den international führenden Persönlichkeiten der Diabetesforschung. In seiner wissenschaftlichen Laufbahn veröffentlichte er rund 600 Originalarbeiten und Übersichtsartikel zu Themen wie Diabetes, Adipositas, dem Lipid- und Glukosestoffwechsel sowie zur Insulinwirkung und den molekularen Mechanismen der Insulinsignalisierung. Er war unter anderem Präsident der European Association for the Study of Diabetes (EASD) und der European Foundation for the Study of Diabetes (EFSD).

Joseph von Mering, der Namensgeber der Von Mering Goldmedaille

Der Arzt Joseph von Mering (1849–1908) wurde in Köln geboren und gilt als einer der bedeutendsten Diabetes-Forscher. Zusammen mit Oskar Minkowski erklärte er, wie Bauchspeicheldrüse und Stoffwechsel zusammenhängen – was zur Entdeckung des lebenswichtigen Hormons Insulin führte. Die Wissenschaftler Banting, Best & McLeod machten dieses später für therapeutische Zwecke nutzbar.

 

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Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) versteht sich als deutsches Referenzzentrum zum Krankheitsbild Diabetes. Ziel ist es, einen Beitrag zur Verbesserung von Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten. Gleichzeitig soll die epidemiologische Datenlage in Deutschland verbessert werden. Federführend leitet das DDZ die multizentrisch aufgebaute Deutsche Diabetes-Studie. Es ist Ansprechpartner für alle Akteure im Gesundheitswesen, bereitet wissenschaftliche Informationen zum Diabetes mellitus auf und stellt sie der Öffentlichkeit zur Verfügung. Das DDZ gehört der „Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz“ (WGL) an und ist Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD e.V.).www.ddz.de

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) e.V. ist eines der acht Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Es bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Ziel des DZD ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen, maßgeschneiderten Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten. Mitglieder des Verbunds sind Helmholtz Munich – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrücke, das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen von Helmholtz Munich an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und das Paul-Langerhans-Institut Dresden von Helmholtz Munich am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, assoziierte Partner an den Universitäten in Heidelberg, Köln, Leipzig, Lübeck und München sowie weitere Projektpartner. www.dzd-ev.de

Birgit Niesing
Birgit Niesing

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit