COMBAT T2 NASH

In dieser Studie wird untersucht, ob die Kombinationstherapie mit Empagliflozin und Semaglutid bzw. die Therapie mit Empagliflozin allein zu einer Rückbildung der nicht-alkoholischen Fettleberentzündung (NASH) führt und gleichzeitig das Voranschreiten einer Leberfibrose verhindert.

Die Studie wird deutschlandweit voraussichtlich an 40 Standorten durchgeführt.

Hintergrund der Studie

Die nichtalkoholische Fettlebererkrankung (non-alcoholic fatty liver disease, NAFLD) ist eine häufige Begleiterkrankung des Diabetes mellitus Typ 2. Klinische Studien konnten zeigen, dass Diabetespatienten mit NAFLD ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Nierenerkrankungen sowie für die diabetische Nervenerkrankung   (Neuropathie) haben.

Die NAFLD ist gekennzeichnet durch eine vermehrte Einlagerung von Fett in die Leberzellen. Zudem haben insbesondere Patienten mit Typ 2 Diabetes ein erhöhtes Risiko für das Fortschreiten der Erkrankung hin zur Fettleberentzündung (NASH), einem zunehmenden bindegewebigem Umbau des Lebergewebes (Fibrose; Endstadium: Zirrhose) mit möglichem Leberversagen sowie der Entwicklung eines Leberzellkarzinoms. Von einer NASH spricht man, wenn zusätzlich zur Verfettung des Lebergewebes eine Entzündung im Lebergewebe auftritt.
Die NASH wird derzeit nicht durch gezielte Medikamente, sondern durch Lebensstiländerung mit Ziel der Gewichtsreduktion behandelt. Untersuchungen liefern jedoch Hinweise, dass Medikamente, die bei Typ 2 Diabetes wirksam sind, auch einen günstigen Effekt auf die NAFLD haben könnten.
In der COMBAT T2 NASH Studie werden die Wirkstoffe Empagliflozin (Jardiance®) und Semaglutid (Ozempic®), die auch in Deutschland bereits zur Behandlung des Typ 2 Diabetes zugelassen sind, mit einem Placebo (d.h. Tabletten bzw. Injektionsflüssigkeit, die keinen Wirkstoff enthalten) verglichen, um deren Wirksamkeit auf die NASH zu untersuchen. Dabei wird geprüft, ob die Kombinationstherapie mit Empagliflozin und Semaglutid bzw. die Therapie mit Empagliflozin allein zu einer Rückbildung der NASH führt und gleichzeitig das Voranschreiten der Leberfibrose verhindert.
Die Behandlung mit den genannten Medikamenten unterstützt somit die Blutzucker-Einstellung Ihres Diabetes und könnte zeitgleich dazu beitragen, dass die NAFLD sowie weitere durch Diabetes bedingte Folgeerkrankungen sich zurückbilden bzw. nicht voranschreiten.   
 

 

Geeignete Teilnehmer   

  • Männer und Frauen im Alter zwischen 25 und 75 Jahren
  • Diagnostizierter Typ-2-Diabetes
  • Verdacht auf oder diagnostizierte nicht-alkoholische Fettleberentzündung (NASH)
  • BMI ≤45 kg/m2

 

Wichtigste Ausschlusskriterien

  • Alter unter 25 oder über 75 Jahren
  • Kontraindikationen für Leberbiopsie
  • Keine Anzeichen einer Leberfibrose
  • Frühere diabetische Ketoazidose
  • Erhöhter Alkoholkonsum
  • Lebererkrankungen anderer Ursache (z.B. chronische Virushepatitis (B oder C), Alkoholmissbrauch, Leberzirrhose)
  • Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Pioglitazon-Therapie innerhalb der letzten 12 Monate, Tamoxifen, Raloxifen, orale Glukokortikosteroide Chloroquin, Methotrexat, Amiodaron, Biologika)
  • Geplante Schwangerschaft, schwangere oder stillende Frauen
  • Suchterkrankungen wie Alkohol- oder Drogenmissbrauch

 

Ablauf der Studie

Insgesamt beinhaltet die Studie ca. 18 mehrstündige Besuche am Studienzentrum.
Zu Beginn und nach dem Ende der medikamentösen Behandlungsphase wird bei Ihnen eine Leberbiopsie (ambulante Gewebeentnahme aus der Leber durch die Haut mittels einer dünnen Nadel) durchgeführt.  Die erste Leberbiopsie dient zur Bestätigung einer NASH und Leberfibrose und prüft, ob Sie alle Einschlusskriterien für die Studienteilnahme erfüllen. Die zweite Leberbiopsie wird durchgeführt, um zu untersuchen, ob es im Vergleich zu Beginn Ihrer Studienteilnahme zu einer Veränderung bzw. möglichst einer Verbesserung Ihrer Lebererkrankung gekommen ist.
Die medikamentöse Behandlungsphase erstreckt sich über 48 Wochen, beinhaltet eine tägliche Tabletteneinnahme und eine wöchentliche Injektion unter die Haut. In dieser Phase müssen Sie einmal im Monat u.a. zur Kontrolle Ihrer Blutwerte ans Studienzentrum kommen.
In bestimmten Fällen kann es notwendig sein, in Absprache mit Ihrem Studienarzt Ihre bisherige Diabetesmedikation für die Dauer der Studienteilnahme auszusetzen oder umzustellen.
Während der gesamten Studiendauer werden Sie gebeten, mindestens einmal täglich Ihren Blutzucker zu messen und ein Blutzuckertagebuch zu führen.
Die Studienteilnahme dauert für Sie insgesamt ungefähr 15 Monate. 

 

Untersuchungen

  • ärztliche körperliche Untersuchung
  • Körpervermessungen (Gewicht, Größe, Bauch- und Taillenumfang)
  • Messung der Vitalzeichen (d.h. Blutdruck, Puls, Körpertemperatur)
  • Elektrokardiogramm (EKG)
  • Blut- und Urinuntersuchungen
  • Ultraschalluntersuchung Ihrer Leber
  • Elastographie-Messung der Leber mittels FibroScan®(spezielle Ultraschalltechnik; je nach Ausstattung Ihres Studienzentrums)
  • Magnetresonanzspektroskopie (MRS) der Leber in einem Magnet-Resonanz-Tomograph (MRT, Kernspintomograph) zur Messung Ihres Leberfettgehaltes und zur Bestimmung der Lebersteifigkeit (je nach Ausstattung Ihres Studienzentrums)
  • Mixed-Meal Test (MMT) zur Beurteilung der Insulinempfindlichkeit der Körperzellen sowie der Insulinausschüttung spezieller Zellen der Bauchspeicheldrüse
  • Erfassung von Ernährungsgewohnheiten, Alkoholkonsum und Lebensqualität mittels Fragebögen

 

Aufwandsentschädigung

Alle Untersuchungen sind für Sie kostenlos. Die Kosten dafür trägt das Studienzentrum. Sie erhalten eine finanzielle Aufwandsentschädigung für die Teilnahme an den Untersuchungen während der Studienvisiten sowie eine Erstattung Ihrer Fahrkosten zum Studienzentrum.

 

Teilnehmende Kliniken:

Berlin/Potsdam
Prof. Andreas Pfeiffer
Deutsches Institut für Ernährungsforschung /
Charité Berlin
Tel.: 033200–882778 oder 882774
gesund.leben(at)dife.de


Düsseldorf
PD Dr.  Julia Szendrödi
Deutsches Diabetes-Zentrum
Tel.: 0211–3382209
studienzentrum(at)ddz.de


Dresden
Studienzentrum Dresden
studien-stoffwechsel(at)ukdd.de


Heidelberg
Prof. Peter Nawroth
Universitätsklinikum Heidelberg
Tel.: 06221 56-8606
DZD.Studien(at)med.uni-heidelberg.de 


München
Prof. Jochen Seißler, Dr. Andreas Lechner
Ludwig-Maximilians-Universität
Tel.: 089–4400–52234


Tübingen
Prof. Andreas Fritsche, Prof. Norbert Stefan,
Universitätsklinikum Tübingen
Tel.: 07071–2980687