Forschungsinfrastrukturen

Forschungsinfrastrukturen auf hohem Niveau spielen eine immer wichtigere Rolle für den Fortschritt der medizinischen Wissenschaften. Das standortübergreifende vernetzte Konzept des DZD fördert den effizienten Einsatz und einen gezielten, aufeinander abgestimmten Ausbau etablierter Infrastrukturen in den DZD-Partnerinstituten. Dazu gehören Klinisches Studien Management, Präklinische Modelle, Geno- und Phänotypisierung, Bioproben- und Datenmanagement, Epidemiologische Kohorten, High-Throughput-Screening-Plattformen sowie ein GMP-Labor für Gewebe und Zellen zur Transplantation.

Präklinische Modellsysteme

Zur Entwicklung von neuen Therapiekonzepten ist ein tiefes Verständnis der Pathologie des Diabetes im Menschen und in Tiermodellen unerlässlich

  • Deutsche Diabetes Mausklinik: Standardisierte Mausmodelle mit Fokus auf der Erforschung von Stoffwechselstörungen und Diabetes
  • Großtiermodelle: Schweinemodell zur Translation von Forschungsergebnissen hin zum Menschen
  • Human Islet Biobank: Humanes Pankreasgewebe zur Erforschung von neuen Therapieansätzen im Bereich der Betazelle
  • Zebrafisch

Translationale Forschung

Die erfolgreiche Entwicklung von neuen Therapien - die Translation von Forschungsergebnissen - wird im DZD durch geeignete Infrastrukturen unterstützt:

  • Klinische Studien: DZD Klinische Studienplattform – zentrales Studien- und Datenmanagement der klinischen Studien des DZD 
  • Kohorten: Große Bevölkerungsstudien (Kohortenstudien) liefern Erkenntnisse zum Einfluss von Genen, Umwelt und Lebensstil. KORA- und EPIC-Kohorten – Epidemiologische Kohortenstudien dienen als Basis für Daten und Proben zu Diabetes. Die DZD Prädiabeteskohorte umfasst 8.106 Patienten zur Entwicklung personalisierter Präventionsstrategien für Typ-2-Diabetes.
  • High-Throughput-Screening-Plattform
  • GMP-Facility: Labore entsprechend des Standards nach GMP (Good Manufacturing Practice) ermöglichen die Vorbereitung von Zellen und Gewebe für die klinische Anwendung wie z.B. Transplantation.

Geno- und Phänotypisierung

Moderne Technologien und bildgebende Verfahren ermöglichen eine detaillierte Erfassung des Genoms (Gesamtheit der Erbinformation) bzw. physiologischer Parameter (Phänotyp)

  • Omics-Technologien
  • Genomics, Proteomics, Metabolomics
  • Plattform bildgebender Verfahren für präklinischen und klinischen Bereich

Bioproben

Bioproben, wie Blut, Gewebe oder Urin, sind unverzichtbar in der biomedizinischen Diabetesforschung, um z.B. neue Biomarker für eine frühere und bessere Diagnostik zu finden. Das DZD sammelt in den klinischen Studien menschliche Biomaterialien für die DZD Biobank. Vorteil ist, dass diese Bioproben gemeinsam mit den erhobenen Daten von diesen ausgezeichnet phänotypisierten Spendern einen außerordentlichen Mehrwert für zukünftige Forschungsprojekte darstellen.

Core Unit Computational Biology

Die Core Unit Computational Biology hat das Ziel, Bioinformatik und Datenanalyse im DZD  zu stärken. Die Core Unit ist in die Helmholtz-Nachwuchsgruppe „Systems Medicine of Diabetes“ unter der Leitung von Dr. Jan Krumsiek integriert.
Mit der Core Unit steht allen Wissenschaftlern im DZD eine zentrale Stelle für Expertise in der Bioinformatik zur Verfügung. Kooperationen werden projektbasiert aufgebaut: Die Wissenschaftler wenden sich an die Core Unit und erörtern ihre wissenschaftlichen Fragestellungen, um so gemeinsam einen Bioinformatik-Analyseplan zu erarbeiten. Darüber hinaus erfüllt die Core Unit eine Ausbildungsfunktion: Doktoranden und Postdocs aller DZD-Partnerstandorte können sie besuchen, um für eine bestimmte Zeit an Diskussionen, Labortreffen und Seminaren teilzunehmen.