Therapie mit Insulinpumpe

© Schuppelius
Junge bedient eine Insulinpumpe

Die Insulinpumpentherapie ist vom Prinzip her eine ICT (intensivierte Insulintherapie). Sie unterscheidet sich von der ICT nur in der Art der Versorgung mit dem Insulin, das die Basisversorgung darstellt, um den ständig in der Leber gebildeten Zucker in die Zellen zu bringen (bei der ICT das langwirkende Insulin).

Nur kurzwirkendes Insulin

Bei einer Insulinpumpentherapie wird kein Verzögerungsinsulin verwendet, sondern nur ein kurzwirkendes Insulin bzw. Insulinanalogon. Dieses wird zur Basisversorgung kontinuierlich durch die Insulinpumpe mit einem kleinen Motor ins Unterhautfettgewebe abgegeben. Die erforderliche halb- oder ganzstündige Dosis muss zuvor für 24 Stunden vom Patienten zusammen mit seinem Arzt programmiert werden.

Insulinzufuhr über Katheter

Damit das Insulin ins Unterhautfettgewebe gelangt, legen die Patienten selbst in regelmäßigem Wechsel eine Kanüle ins Unterhautfettgewebe, die über einen Katheter oder direkt mit der Insulinpumpe verbunden ist. Die Insulinpumpentherapie wird deshalb auch im Englischen Continuous Subcutaneous Insulin Infusion (CSII) genannt.

Mahlzeiteninsulin per Knopfdruck

Die Insulingabe für Mahlzeiten und zur Blutzuckerkorrektur erfolgt mit demselben Insulin per Knopfdruck an der Pumpe. Deren Dosisberechnung führen die Patienten genauso durch wie bei der ICT.

 

Vorteile der Insulinpumpentherapie

Individuelle Dosisanpassung

Die Versorgung mit Insulin lässt sich besser auf den tatsächlichen Bedarf jedes Einzelnen abstimmen; für den normalerweise sehr geringen Bedarf in der Nacht werden nur geringe Insulindosen in diesen Stunden programmiert – Unterzuckerungen nachts und Blutzuckeranstiege am Morgen lassen sich besser vermeiden.

Kurzfristige Basalratenanpassung

Zum Sporttreiben lässt sich die Basisversorgung kurzfristig reduzieren, um zu verhindern, dass durch die Bewegung der Blutzucker zu stark sinkt. Die Patienten können so das Risiko für eine Unterzuckerung durch den Sport deutlich senken, ohne zusätzlich Kohlenhydrate essen zu müssen.

Insulin passend zur Mahlzeit

Durch die Möglichkeit, das Insulin zum Essen unterschiedlich schnell zu geben – bei einer Spritzentherapie kann das Insulin nur auf einmal gegeben werden –, ist es leichter möglich, z.B. auf eiweißreiche oder fetthaltige Mahlzeiten zu reagieren.

Stabilerer Verlauf, unauffällige Therapie

Auch in psychischer Hinsicht gibt es Vorteile: Die Therapie mit einer Insulinpumpe ermöglicht häufig eine stabilere Blutzuckereinstellung, eine weniger auffällige Therapie – und erhöht damit die Therapiezufriedenheit.

Sensorunterstützte Pumpentherapie

Um die jeweils passende Insulindosis berechnen zu können, ist es notwendig, seinen Zuckerwert zu kennen. Dieser wird traditionell mit einer punktuellen Blutzuckermessung bestimmt. Inzwischen lassen sich die Zuckerwerte auch kontinuierlich im Unterhautfettgewebe messen, so dass neben aktuellen Zuckerwerten auch Zuckerverläufe und Tendenzen erkennbar sind. Mit dem Wissen, ob die Zuckerkonzentration fällt, steigt oder stabil ist, können Dosisentscheidungen mitunter anders ausfallen als bei einer rein punktuellen Messung. Hinzu kommt, dass es Insulinpumpen gibt, die mit einer kontinuierlichen Glukosemessung kombiniert sind. Diese können z.B. auf sinkende Glukosewerte reagieren, indem sie die Insulinzufuhr unterbrechen – und so vor Unterzuckerungen schützen. Diese Art der Insulinpumpentherapie nennt man sensorunterstützte Pumpentherapie (SuP).