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diabinfo im Dialog: interaktives Patientenforum Diabetes

Das erste digitale Patientenforum ‚diabinfo im Dialog‘ am 6. Februar thematisierte die neue Typeneinteilung des Diabetes und gab persönliche Einblicke zum Diabetes Typ F, Freunde und Familie. Die mehr als 130 Zuschauer beteiligten sich rege mit Fragen an die Experten.

V.l. im Uhrzeigersinn: Prof. Bernhard Kulzer, Moderatorin Birgit Brandt von diabinfo.de, Sonja Bachmann und Marion Köstlmeier (beide Angehörige von Personen mit Diabetes). Quelle: diabinfo.de

 

Die herkömmliche Einteilung in Diabetes-Typ 1 und Typ 2 wurde durch Forschende aus Skandinavien im Jahr 2018 infrage gestellt. Erkenntnisse aus der multizentrischen Deutschen Diabetes-Studie (GDS) bestätigten kurz darauf die mögliche Unterscheidung von fünf Untergruppen, die sich bereits in den ersten fünf Jahren nach Diagnosestellung treffen lässt. In die Analyse fließen Parameter wie der Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c, das Alter bei Diagnosestellung, das Körpergewicht, das Vorliegen von Autoantikörpern (GAD), die Insulinsekretion sowie die Insulinwirkung mit ein.
Die Untergruppen unterscheiden sich in Hinblick auf ihr Risiko diabetesbedingte Folgeerkrankungen zu entwickeln. In seinem Vortrag erklärte Prof. Andreas Fritsche, Universitätsklinikum Tübingen, anschaulich, wie die Gruppen charakterisiert werden und wie Diabetologinnen und Diabetologen diese Erkenntnisse heute schon in den klinischen Alltag einfließen lassen können.

Auch Prädiabetes-Subtypen identifiziert
Auch im Stadium des Prädiabetes lassen sich bereits sechs Subtypen voneinander abgrenzen, die sich in der Krankheitsentstehung und dem Fortschreiten der Erkrankung unterscheiden. Hieraus ergeben sich Konsequenzen für die Möglichkeiten zur Vorbeugung – reicht eine Lebensstil-Umstellung aus oder ist eine frühzeitige medikamentöse Behandlung notwendig?

Diabetes Typ F: Wenn Angehörige an Diabetes erkranken?
Erhält ein Mensch die Diagnose Diabetes, betrifft dies auch die Familienangehörigen, Lebenspartnerinnen und -partner oder Freundinnen und Freunde: Das ‚F‘ in dem Begriff ,Diabetes-Typ-F‘, der mittlerweile immer häufiger zu hören ist, steht also für ‚Familie und Freunde‘. Prof. Bernhard Kulzer, Diabetes Zentrum Mergentheim, ging ins Gespräch mit zwei Damen, deren Männer die Diagnose Diabetes erhalten hatten – einer Typ-1-Diabetes, der andere Typ-2-Diabetes. Welche Auswirkungen hatte die Diagnose auf das Familienleben? Wie geht man am besten um mit Ängsten vor Unterzuckerungen oder Folgeerkrankungen, wie passt man den Lebensstil an, so dass es der ganzen Familie zugutekommt?
Bescheid wissen über die Erkrankung ist wichtig und kann mögliche Ängste nehmen. Miteinander im Gespräch bleiben und Unterstützung im Austausch mit anderen betroffenen Personen suchen, zum Beispiel in Selbsthilfegruppen – dies sind die Schlüssel zu einem entspannten Umgang mit Diabetes.

Die Präsentation des Vortrags von Prof. Fritsche sowie eine Zusammenfassung der Themen der Podiumsdiskussion finden Sie auf der diabinfo-Seite Veranstaltungen.

Weitere Informationen zum Thema Typ-F-Diabetes gibt es ebenfalls auf diabinfo.de.