Zusätzliche genetische Ursache für NAFLD entdeckt

Immunity-related GTPase induces lipophagy to prevent excess hepatic lipid accumulation. Journal of Hepatology, 2020

Quelle: DIfE

 

Die Ursache der nicht-alkoholische Fettleberkrankheit (NAFLD) ist multifaktoriell bedingt, einschließlich genetischer und Umweltfaktoren. Gegenwärtig erklären nur wenige genetische Varianten die Erblichkeit der Erkrankung. DZD-Forschende haben jetzt neue Gene entdeckt, die bei der Entstehung der Fettleber eine Rolle spielen. Die Ergebnisse wurden im Journal of Hepatology veröffentlicht.

Die nicht-alkoholische Fettleberkrankheit (NAFLD) ist die Hauptursache für chronische Lebererkrankungen in Europa und den Vereinigten Staaten.  Neben einer ungesunden Lebensweise mit fett- und zuckerreicher Ernährung und Bewegungsmangel ist auch eine genetische Veranlagung für die Entstehung dieser Lebererkrankung verantwortlich.

Mit Hilfe molekularer Marker und statistischer Methoden – quantitative trait locus (QTL)-Analyse – können Gene, die komplexe menschliche Krankheiten verursachen, in Mausstämmen identifiziert werden. Forscher haben jetzt eine neue Familie von Genen entdeckt, die eine wichtige Rolle bei der Verhinderung der Fettleberentwicklung spielen. Bei Menschen und Mäusen produzieren die Gene IRGM, Ifgga2 und Ifgga4 regulatorische Proteine aus der Familie der immunitätsbezogenen GTPasen, die der Fettansammlung in der Leber entgegenwirken. Kommt es jedoch zu einer genetischen Veränderung, werden weniger Proteine gebildet. Studien zeigen, dass die Leber von Patienten mit NAFLD und Mäusen mit Fettleber signifikant geringere Mengen dieser Proteine aufweist.

Funktionelle Studien haben gezeigt, dass eine Überproduktion von immunitätsbedingten GTPasen in Leberzellen oder in der Leber von Mäusen deren Fettgehalt signifikant reduziert. Der Grund dafür ist die Induktion einer bestimmten Form der Autophagie, die spezifisch für den Abbau von Fetten ist und daher als Lipophagie bezeichnet wird.

"Unsere Arbeit hat weitere wichtige Gene identifiziert, die Fettleberkrankheiten verursachen. Die Studienergebnisse vertiefen auch unser Verständnis dafür, welche zellulären Prozesse stimuliert werden müssen, um der Fettleberentwicklung entgegenzuwirken", sagte Professor Annette Schürmann, Leiterin der Abteilung Experimentelle Diabetologie am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und Sprecherin des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD).

Original-Publikation:
Schwerbel, K. et al: Immunity-related GTPase induces lipophagy to prevent excess hepatic lipid accumulation. Journal of Hepatology (2020); DOI: https://doi.org/10.1016/j.jhep.2020.04.031