Schwangerschaftsdiabetes

Vier Prozent aller schwangeren Frauen in Deutschland entwickeln vor der Geburt einen Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes). Als Gestationsdiabetes bezeichnet man eine Störung im Zuckerstoffwechsel, die erstmalig während der Schwangerschaft auftritt bzw. diagnostiziert wird. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Maßgebliche Faktoren sind neben einer genetischen Prädisposition vor allem Übergewicht, Bewegungsmangel und ein ungünstiges Ernährungsverhalten.

Risiko für Typ-2-Diabetes erhöht

Aufgrund der verminderten Insulinwirkung muss der Körper vermehrt Insulin produzieren. Wenn dies nicht möglich ist, entstehen erhöhte Blutzuckerwerte und eventuell ein Diabetes. Auch wenn eine Insulintherapie selten erforderlich ist und die meisten Frauen nach der Geburt wieder normale Blutzuckerwerte aufweisen, ist das Risiko für diese Frauen, in ihrem weiteren Leben an Typ-2-Diabetes zu erkranken, erhöht.

PREG­-Studie

In der Deutschen Gestationsdiabetes PREG­-Studie suchen die Experten des Deutschen Zentrum für Diabetesforschung nach Risikofaktoren und arbeitet an geeigneten Präventionsmaßnahmen. Erste Ergebnisse liegen bereits vor: So haben Frauen mit Gestationsdiabetes, die ihr Kind stillen, ein um 40 Prozent verringertes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.
Wie hoch ist das Risiko nach Schwangerschaftsdiabetes an Typ-2-Diabetes zu erkranken?
Forscher haben eine Methode entwickelt, die es erlaubt, die Wahrscheinlichkeit einer fortdauernden Diabeteserkrankung nach der Schwangerschaft präzise vorherzusagen. Anhand verschiedener Parameter (Body Mass Index (BMI), erbliche Vorbelastung, Stillen, Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes mit Insulin) lässt sich die Wahrscheinlichkeit für einen postpartum Diabetes vorhersagen.

Auswirkungen auf das ungeborene Kind

© DZD

Schwangerschaftsdiabetes hat aber auch Auswirkungen auf das ungeborene Kind. Untersuchungen von DZD-Forschern zeigen, dass bei Gestationsdiabetes die fetale Hirnreaktion nach einer Mahlzeit der Mutter verlangsamt ist. Möglicherweise liegt bei diesen Kindern bereits im Mutterleib eine Insulinresistenz des Gehirns vor, was die Wahrscheinlichkeit erhöhen könnte, dass das Kind später im Leben Übergewicht und Typ-2-Diabetes entwickelt.

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