Typ-2-Diabetes

Am Typ-2-Diabetes erkranken laut Schätzung der WHO acht Prozent der Bevölkerung im Verlauf des Lebens. Allein in Deutschland leiden mehr als 6 Mio. Menschen an dieser Stoffwechselerkrankung. Jährlich nimmt die Anzahl um etwa 400.000 zu.
Bei Typ-2-Diabetes ruft ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel Schäden im Körper hervor. Zu Beginn der Erkrankung produziert die Bauchspeicheldrüse meist noch genügend Insulin. Muskel-, Leber- und Fettzellen werden jedoch zunehmend unempfindlich dagegen (Insulinresistenz) und können immer weniger Glucose (Zucker) aus dem Blut aufnehmen – der Blutzuckerspiegel bleibt erhöht. Ursachen für diese Insulinresistenz sind Risikofaktoren wie Übergewicht bzw. Fettsucht und ein Lebensstil mit wenig körperlicher Bewegung, ungesunder, energiedichter, ballaststoffarmer Ernährung und Rauchen sowie eine individuelle genetische Veranlagung.

Personalisierte Medizin ist die Zukunft

© DZD

Verschiedene genetische und epigenetische Veränderungen spielen bei Diabetes-Entstehung eine Rolle. Diese führen zu unterschiedlichen Subtypen, die u.a. durch unterschiedliche Mutationen gekennzeichnet sind.
Experten des DZD entwickeln personalisierte Präventions- und Therapieansätze, d. h. sie arbeiten an der passenden Behandlung zur richtigen Zeit für die verschiedenen Patientengruppen. Ziel ist es, durch eine individuell abgestimmte Intervention das Entstehen eines Typ-2-Diabetes und seiner Komplikationen zu verhindern oder zumindest zu verzögern.

Schwerpunkte der Forschung zu Typ-2-Diabetes

Die Forschungsaktivitäten des DZD im Bereich Typ-2-Diabetes haben mehrere Schwerpunkte: So arbeiten die Wissenschaftler daran, Risikofaktoren – wie bestimmte Erbanlagen und Umwelteinflüsse – zu identifizieren. Ziel der DZD-Forschung ist es zudem, die molekularen Ursachen der Diabetes-Erkrankung zu erkennen und zu verstehen. Experten des DZD widmen sich auch der Suche nach neuen Biomarkern für Typ-2-Diabetes. Mit ihrer Hilfe sollen einfache diagnostische Laborverfahren für die Frühdiagnose von Diabetes entwickelt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Diabetesforschung ist es, die Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen zu stoppen. Sind die Betazellen zerstört, arbeitet man an Therapien, die diese ersetzen: Zum einen durch die Transplantation von Spenderzellen (Inselzelltransplantation), zum anderen mit der Hilfe von Stammzellen.
Darüber hinaus wollen die DZD-Wissenschaftler herausfinden, welche Rolle das Gehirn, die Leber, die Muskeln und die Bauspeicheldrüse bei der Diabetesentstehung spielen und wie Organe untereinander interagieren (Organ crosstalk).
Des Weiteren führt das DZD Multicenterstudien zur Diabetesprävention (PLIS), zu Folgeerkrankungen (DDS) zum Schwangerschaftsdiabetes (PREG) und zur Vorbeugung von Typ-1-Diabetes (Pre-POINTearly) durch. Ziel dieser Studien ist es, personalisierte Präventions- und Therapiemaßnahmen zu entwickeln.

Prädiabetes

Typ-2-Diabetes entwickelt sich nicht von einem Tag auf den anderen. Oft durchlaufen die Patienten längere Vorstufen, in denen sich der Stoffwechsel bereits zu verändern beginnt. DZD-Forscherinnen und -Forscher konnten bestimmte Stoffwechselprodukte und Proteine im Blut identifizieren, die als Biomarker für diese Prozesse dienen und sie möglicherweise auch verursachen.
Menschen mit einem gestörten Blutzuckerstoffwechsel, die ein Vorstadium des Diabetes aufweisen (Prädiabetes), haben ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und Krebs. Neue Analysen zeigen, dass die Untersuchung auf  Fettleber, vermehrtes Bauchfett sowie Störung der Produktion und Wirkung von Insulin helfen kann, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes besser vorherzusagen und vorzubeugen.

Prof. Annette Schürmann, DIfE, "Rolle der Gene bei der Diabetes-Entstehung"

Weitere Informationen