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Virtuelle DZD Diabetes Research School (DRS): Internationale Diabetes-Experten in Online-Vortragsreihe für junge Talente

Mehr als 100 junge Diabetesforschende aus aller Welt nahmen an der virtuellen DZD Diabetes Research School (DRS) im Herbst teil. In der Online-Vortragsreihe des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) gaben sechs internationale Expertinnen und Experten einen Überblick zu aktuellen Forschungsthemen: von der Forschung an Stammzellen im Zusammenhang mit genetische bedingtem Diabetes bis hin zu Immuntherapien, die die Prävention und frühe Behandlung des Typ-1-Diabetes revolutionieren können.

Quelle: DZD

 

Die DZD Diabetes Research School ist für Doktorandinnen und Doktoranden und Postdocs sowie wissenschaftlich aktive Ärzte und Ärztinnen im Bereich der Diabetesforschung konzipiert. „Anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Europa und den USA stellen den jungen Talenten in Überblicksvorträgen topaktuelle Ergebnisse und zukunftsweisende Forschungsbereich vor“, berichtet Martin Hrabě de Angelis, Vorstand des DZD. Die DRS 2020 fand über drei Wochen (29. September – 15. Oktober) hinweg an insgesamt sechs Nachmittagen statt.

Vortragsthemen
Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe berichtete Philipp Scherer von der University of Dallas Texas unter der Überschrift „The Adipocyte as a Central Pillar of Metabolic Well-Being: The Past 20 Years and the Next 20 Years“ über die besondere Bedeutung des größten endokrinen Organes, dem Fettgewebe. Mit Leptin und Adiponektin stellte er zwei bedeutende Botenstoffe von Fettzellen ins Zentrum seines Vortrages, welche auch erhebliches therapeutisches Potenzial zur Behandlung von Adipositas haben. Mit seinen Studien konnte er zeigen, dass eine Reduktion eines erhöhten Leptinspiegels in jedem Fall die metabolische Gesundheit fördert. Katie Page von der University of Southern California Los Angeles brachte in ihrem Vortrag „Brain Regulation of Nutrition“ mit dem Gehirn ein weiteres Organ ins Spiel, das eine zentralen Rolle im Metabolismus spielt. Ihre Daten belegen, dass die Aufnahme von Fructose versus Glucose völlig unterschiedlich auf das Gehirn wirken. Fructose führt zu vermehrtem Appetit.

Die zweite Veranstaltungswoche startete Miriam Cnop (University of Brussels) mit aktuellem Wissen zu genetisch bedingtem Diabetes: Eine neu entdeckte Mutation verursacht Diabetes, indem der Transport zwischen Golgi Apparat und Endoplasmatischem Retikulum gestört ist. Marit Eika Jørgensen, Epidemiologin am Steno Diabetes Center Copenhagen, gab spannende Einblicke in praxisnahe Forschung in Grönland: „Precision Medicine in Diabetes: Insights from the Inuit Population in Greenland“. 

Bente Klarlund Pedersen von der University of Copenhagen stellte mit dem Muskel ein Organ vor, dessen endokrine Bedeutung zunehmend ins Interesse der Forschung rückt. Und Colin Dayan von der Cardiff University gab einen vielversprechenden Ausblick auf mögliche immunmodulierende Therapien, die Prävention bzw. die frühe Behandlung von Typ-1-Diabetes revolutionieren können. Seine Daten zeigen, dass selbst eine relativ kurze Verzögerung der Krankheitsentwicklung durch bereits entwickelte Therapien, langfristig positive Effekte haben.


Quelle: DZD

Informeller Austausch
Die Teilnehmer konnten sich nicht nur über Aktuelles aus der Diabetesforschung informieren sondern auch über überraschende wissenschaftliche Karriere-Wege. Rachel Lippert vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Postdam-Rehbrücke (DIfE) erzählte von ihrer Motivation als US-Amerikanerin ihre wissenschaftliche Karriere in Deutschland voranzutreiben. Und Peter Schwarz von der medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus in Dresden wagte als Mediziner mit MBA den Blick über den Tellerrand. Zudem stellten einige Teilnehmer eigene Arbeit in kurzen Vorträgen mit anschließender Diskussion vor. Sogar der Austausch zwischen den Teilnehmer war möglich: Interessenten konnten sich in einem virtuellen Café und per Videochat treffen und vernetzen.

Online bringt auch Vorteile
„Die DRS musste in diesem Jahr in neuem Format stattfinden. Statt wie gewohnt in einer Präsenzveranstaltung junge Diabetes-Forschende aus aller Welt vor dem Annual Meeting der European Association for the Study of Diabetes (EASD) zu versammeln, haben wir eine virtuelle Vorlesungsreihe konzipiert“, erläutert Dr. Brigitte Fröhlich, Leiterin des Nachwuchsförderprogrammes DZD NEXT. Das Online-Format hat sich bewährt. „Zwar fällt das Netzwerken online etwas schwerer, aber das virtuelle Format hatte auch große Vorteile. Zum einen konnten mehr Teilnehmende als bei einem Präsenzmeeting die Vorträge hören, zum anderen war es ein Leichtes sechs hochkarätige Experten als Sprecher zu gewinnen“, zieht Fröhlich ein positives Resümee. Und auch bei den Teilnehmenden aus 26 verschiedenen Ländern kam die virtuelle DRS gut an, wie das positive Feedback und rege Diskussion der Vorträge und Postertalks zeigte.