Der Kopf im Logo des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung

Paul Langerhans (1847 – 1888) – der Kopf im Logo des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung – ist der Entdecker (1869) der später nach ihm benannten Langerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüse. Diese Zellansammlungen werden auch Langerhanssche Inseln oder Inselzellen genannt und in ihrer Gesamtheit oft als Inselorgan bezeichnet. Da sie u.a. Insulin produzieren und ausschütten, sind sie für die Diabetesforschung von großer Bedeutung.

Paul Langerhans wird am 25. Juli 1847 in Berlin als Sohn des Arztes Paul Langerhans sen. (1820 – 1909) und dessen Ehefrau Anna, geb. Keibel geboren. Als Klassenbester im Gymnasium (Reifezeugnis 1865) zeigt er besonderes Interesse an den Naturwissenschaften. Als Student in Berlin beginnt 1867 bei Rudolf Virchow mit seinen Untersuchungen an der Bauchspeicheldrüse.

Mikroskopische Anatomie der Bauchspeicheldrüse
Virchow vermutet, „daß auch diese Drüse nicht bloss nach aussen, sondern auch nach innen, in das Blut secernire“, d.h. endokrin wirksam sei. Langerhans Untersuchungen bestätigen dies zwar, über die Sekretionsvorgänge an sich kann er jedoch keine weiteren Beobachtungen machen. „Bei dem vollkommenen Mangel an geeigneten Vorrichtungen, um ein Kaninchenpankreas mit leidlicher Aussicht auf Erhaltung des Lebens längere Zeit beobachten zu können, mußte ich von vornherein auf dies so überaus günstige Object verzichten.“
In seinen „Beiträgen zur mikroskopischen Anatomie der Bauspeicheldrüse“ beschreibt Langerhans dann verschiedene Zelltypen und nennt eine Gruppe davon: „Kleine Zellen mit ganz homogenem Inhalt und polygonaler Form mit rundem Kern ohne Kernkörperchen, meist zu zweien oder in kleinen Gruppen zusammenliegend.“ Das Sekret dieser Zellgruppen, das Insulin, und dessen Bedeutung wird erst 1921 von Frederick Banting und Charles Best erkannt. Die von Langerhans erstmals beschriebenen „Zellhaufen“ werden 16 Jahre später von Gustave Edouard Laguesse bei dessen Pankreasstudien wiederentdeckt und 1893 unter der Bezeichnung „ilôts de Langerhans“ in einer Sitzung der Biologischen Gesellschaft zu Paris seinem Entdecker gewidmet.
Langerhans selbst forscht nicht weiter zur Bauchspeicheldrüse, diskutiert jedoch in vielen Briefen mit Kollegen darüber und wünscht sich größere Aufmerksamkeit für dieses Organ.

Außerordentliche Professur
Langerhans promoviert 1869 „Über Beiträge zur pathologischen Anatomie der Bauchspeicheldrüse“. Im Deutsch-Französischen Krieg zieht er als Militärarzt an die Front.
Im Schnellverfahren reicht er im Oktober 1871 seine Habilitationsschrift an der Universität Freiburg ein, wo er die begehrte Stelle des Prosektors erhält und zum Privatdozenten ernannt wird. Außerordentlicher Professor für Pathologie und Anatomie an der Medizinischen Fakultät in Freiburg wird er 1873.

Dermatologische Studien
Noch als Student hat sich Langerhans mit Untersuchungen zu den Nervenenden in der Haut befasst. Über hundert Jahre später findet man heraus, dass die Langerhanszellen (dendritischen Zellen) in der Epidermis immunkompetente Zellen sind, die bei vielen Hautkrankheiten eine wichtige Rolle spielen. Die Langerhanssche Körnerschicht der Haut bleibt bis ins 20. Jahrhundert mit seinem Namen verbunden, bis sich der dermatologische Begriff Stratum granulosum durchsetzt.

Tuberkulose als Patient und Arzt
1874 mit Lungentuberkulose diagnostiziert zieht Langerhans sich nach Capri zurück, gibt die Professur in Freiburg auf, um seine letzten Jahre auf der Insel Madeira zu verbringen. Dort eröffnet er 1879 eine Praxis für Tuberkulosekranke in der Innenstadt. Auch betreibt er meeresbiologische Studien, die ebenfalls mit seinem Namen verbunden werden.
Paul Langerhans stirbt am 20. Juli 1888 in der Quinta Lambert, dem heutigen Sitz des Gouverneurs von Madeira. Eine Büste von Paul Langerhans wurde im Oktober 2012 in Berlin auf dem Gelände der Charité aufgestellt. Mehr darüber lesen Sie hier.


Diese Angaben zu Leben und Werk von Paul Langerhans entstammen dem Buch „Die Inseln des Paul Langerhans. Eine Biographie in Bildern und Dokumenten“ von Björn M. Hausen.

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